Inside Austria

Inside Austria

Der Podcast über die großen und kleinen Skandale Österreichs

Transkript

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00:00:06: Dieser Song hat dafür gesorgt, dass der Eurovision-Songkontest in diesem Jahr in Wien ausgetragen wird.

00:00:21: Ja, Wasted Love von JJ ist das?

00:00:24: Klingt doch ganz schön oder Felix?

00:00:27: Ja klingt ganz schön.

00:00:28: Klang auch schon ein bisschen nach Siegertitel.

00:00:32: als ich vor einem guten Jahr in der Wiener Staatsoper zu Besuch sein durfte und der ORF den Song vorgestellt hat an seinen Kandidaten Da war man danach bei den Leuten relativ optimistisch, dass das ein guter Platz

00:00:43: werden könnte.

00:00:44: Und so wurde es dann ja auch.

00:00:45: Da lagen die wohl richtig!

00:00:47: Ja der ESC ist die größte Musikshow der Welt und wird in diesem Jahr aber auf ein paar Länder verzichten müssen.

00:00:53: Die boykortieren nämlich den ESC in Wien.

00:00:56: Das hat aber nichts mit Österreich zu tun sondern da geht's um Israel.

00:01:00: Was genau da los ist?

00:01:01: Wie politisch der ESc sein will und darf.

00:01:05: Darum gehts heute bei Inside Austria.

00:01:17: Ich bin Lucia Heisterkamp vom Spiegel und bei mir ist heute, ihr habt ihn gerade schon gehört, Felix Bayer.

00:01:23: Er schreibt beim Spiegel über Kulturthemen.

00:01:26: Felix, ja wie war denn damals der Auftritt?

00:01:28: Von JJ ... Ja also das ist der Auftritt in der Staatsoper, da ist er gar nicht singt aufgetreten sondern wurde das Video präsentiert und er hat dann so ein paar Interviewfragen beantwortet und seine filipinische Familie war da und feuerte ihn an nicht so.

00:01:46: Aber für den Sieg, glaube ich nachher dann in Basel war sicher mehr verantwortlich dass insgesamt eben auch so eine sehr starke Inszenierung bei dem Song dabei

00:01:56: war und das

00:01:57: hat dann offensichtlich die Leute überzeugt.

00:01:59: Ja das ist ja bei den ESC-Auftritten nochmal sehr wichtig.

00:02:03: Du hast es gesagt, letztes Jahr war's Basel.

00:02:05: Dieses Mal findet der ESC in Wien statt am sechzehnten Mai und das ist ja noch ein paar Wochen hin.

00:02:09: Es wurde aber schon im Vorfeld viel über diese Veranstaltung diskutiert.

00:02:14: Das liegt daran – ich habe es gerade schon angesprochen – dass mehrere Länder die Teilnahme boykottieren.

00:02:19: Wer genau sind denn diese Länder?

00:02:21: Und was steckt dahinter?

00:02:23: Genau!

00:02:23: Das sind fünf Länder, die in diesem Jahr nicht teilnehmen wollen Irgendwelche Länder, sondern das sind Spanien.

00:02:31: Das ist eines der sogenannten Big Five-Länder also die fünf Hauptzahlungsnationen neben Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien.

00:02:39: Im Spanian ist nicht dabei.

00:02:40: dann ist die Niederlande nicht dabei.

00:02:42: Die waren eines der sieben Gründungsländer des ESC.

00:02:46: Irland ist nicht bei.

00:02:47: Es ist einer der beiden Rekordgewinnelländer neben Schweden.

00:02:52: Island ist nicht mit dabei.

00:02:53: dass es das Land wo im Land wohl so die größte ESC Begeisterung herrscht immer die größte Einschaltquote im Land ist und das fünfte Land ist Slowenien.

00:03:04: Die waren eigentlich die ganze Zeit schon sehr hinterher in der Causa Israel, die Europäische Rundfunkunion EBU so ein bisschen unter Druck zu setzen.

00:03:16: Das hat schon gesagt.

00:03:16: Causa Israel also was steckt dahinter?

00:03:19: warum boykottieren diese Länder dieses Jahr den ESC?

00:03:23: Genau, die Antwort ist eine Zweiteilige.

00:03:26: Also es gibt einerseits so eine Art weltpolitische Ebene bei der Sache.

00:03:32: da geht das halt einfach um den Gaza-Konflikt, um die Rolle, die die israelische Armee dort spielt und die Länder sind der Meinung dass eine kriegführende Nation nicht beim Eurovision Song Contest dabei sein sollte.

00:03:50: Da wird als Vorbild immer Russland genannt, dass nach dem Angriff auf die Ukraine ausgeschlossen wurde und von der EU wird aber eben als Gegenargument gebracht.

00:04:03: Ja Israel führt Krieg nachdem es angegriffen wurde von der Hamas im Oktober, das muss man natürlich dazusagen.

00:04:11: Aber es sei ja kein Wettbewerb der Nationen sondern ein Wett bewerbt der Rundfunkanstalten.

00:04:16: und die Rundfunkanstalt Israels, die öffentlich-rechtliche KRN, die sei staatsunabhängig genug dass man sie dafür nicht bestrafen dürfe was die russianische Regierung in Gaza tut.

00:04:29: So, das ist die eine Ebene.

00:04:30: Und dann gibt es zugleich aber eben auch noch eine zweite Ebene, die so eher Eurovision-Internism-Business und zwar hat das dann eher mit den letzten beiden Teilnahmen israeles, zwanzigvierundzwanzig, also eben den beiden Teilnamen nach dem siebten Oktober dreinzwanzigt zu tun.

00:04:49: Und zwar ist da der Vorwurf dass Israel starke Werbung gemacht hat für seinen Beitrag.

00:04:57: Das ist jetzt erst mal kein Problem, das macht jedes Land.

00:05:02: Aber in diesem Fall wird eben als spezielle Problematik gesehen dass das wohl eine Agentur finanziert von israelischen Regierungsstellen vorangetrieben haben und die haben halt eben vor verschiedenen YouTube Clips von irgendwelchen ISC-Beiträgen dann immer eine Werbung vorgeschaltet gehabt und man ist eben da der Meinung gewesen dass das so ein bisschen Wettbewerbsverzerrung gewesen sei.

00:05:26: Also auf diesen beiden Ebenen gab es die Diskussion und die führten dann im Dezember letzten Jahres zu einer Sitzung der EU in Grenf, wo Einerseits also eine Abstimmung gemacht wurde, aber nicht über die Teilnahme Israels.

00:05:42: Sondern eine Abstimmung darüber ob so ein Maßnahmenkatalog die Mehrheit findet.

00:05:48: Also diese Maßnahme gehört eben unter anderem dass eine Art Echtung von Regierungspr in die Regeln geschrieben werden soll Und es sollte noch eine Regeländerung geben, dass eben die Höchstzahl der Stimmen, die man abgeben kann als Zuschauerinnen und Zuschauer von zwanzig auf zehn reduziert worden ist.

00:06:07: Also in der Grundwahl, das in diesen Wahlaufrufen für Israel wurde eben auch gesagt, gebt zwanzige Stimmen für Israel was an sich auch nicht ungewöhnlich ist.

00:06:16: Jeder wünscht sich natürlich möglichst viele Stimmen aber so.

00:06:20: Für den Maßnahmenkatalog gab es seine Mehrheit und damit wurde dann im Prinzip beschlossen dass damit das Thema ausgestanden sei für die EU.

00:06:30: Und das hat jetzt halt den fünf Ländern nicht gereicht, die haben dann also gewissens Gründe vorgebracht und mit schon auch einigen Partors eben vorgebracht, dass sie da auf der richtigen Seite der Geschichte stehen wollen und deswegen für sie nicht möglich sein, teilzunehmen.

00:06:49: Jetzt würden ja die Kritiker sagen du hast schon diesen Vergleich zu Russland gebracht, Russland hat die Ukraine Angegriffen, das ist ein Angriffskrieg.

00:06:55: Israel hat sich verteidigt.

00:06:57: Klar man kann das Verhalten der Armee stark kritisieren da wird ja auch über Kriegsverbrechen gesprochen die da passiert sein sollen.

00:07:03: aber dennoch es ist ein gewaltiger Unterschied ob im Land angegriffen wurde oder sich verteidet?

00:07:07: Ja unbedingt.

00:07:08: also da ist es halt eben so dass natürlich auch die einzelnen Länder aus ein bisschen zu tun haben.

00:07:15: sagen wir mal so Die Rundfunkanstalten haben ja nun halt eben diesen Polkott beschlossen und die reagieren einerseits möglicherweise auf Äußerungen aus ihrer jeweiligen Regierungspolitik.

00:07:28: Also natürlich sind die alle im Prinzip unabhängig, wie es bei uns ja auch so ist dass der öffentlich-reichtliche Rundfunk unabhängig ist von Regierungen.

00:07:35: aber bei uns gibt es beispielsweise solche Sachen wie Rundfundkreate oder sowas wo dann doch wieder politische Besetzung ist und so ähnlich ist das dann doch in den meisten Ländern.

00:07:43: also so

00:07:43: ganz... Und Spanien zum Beispiel hat hier auch eine sehr kritische Haltung gegenüber Israel ne?

00:07:47: Das passt dann ja auch

00:07:48: Ganz genau, ne?

00:07:49: Daher weht dann dort der Wind und zugleich hast du dann eben an manchen Ländern also in Irland oder in Island ist das beispielsweise sehr stark so.

00:07:56: Dass du dann halt eben eine kritische Öffentlichkeit hasst.

00:08:00: Also in Island beispielsweise war es auch so als der ESC das letzte Mal in Israel ausgetragen wurde dass dann der isländische Akt in den Green Room so eine Palästinerflagge irgendwie reingeschmuggelt hatte und so.

00:08:12: Also da ist die Stimmung sehr freundlich mit dem Palästenen.

00:08:16: So entstehen dann da so die Druckszenarien, schätzungsweise.

00:08:22: Würdest du denn sagen der Boykott hat jetzt aus Sicht der Länder, die eben boykottieren was gebracht?

00:08:28: Hat er einen Effekt?

00:08:29: Wird die Stimmung anders sein wenn der SC jetzt stattfindet?

00:08:32: Da bin ich sehr gespannt.

00:08:34: also es wird sicher eine Auswirkung haben weil wie eben schon beschrieben die fünf länder das sind Mindestens mal vier davon sind wirklich so Kernländer des ESC.

00:08:43: Die bringen natürlich entsprechend Fans und Medien normalerweise mit, ob die dann noch eben in dem Ausmaß kommen wird man sehen.

00:08:53: Es gibt ein bisschen eine Akzentverschiebung im ganzen Wettbewerb dadurch dass das ja auch wieder vier von fünf westeuropäische Länder sind Und stattdessen jetzt eben einige Länder, die in den letzten Jahren pausiert hatten aus finanziellen oder anderen Gründen wieder dabei sind.

00:09:13: Also es gibt so eine Akzentverschiebung in Richtung Osten Was vielleicht ganz interessant ist, weil es ja irgendwie auch zu Wien passt als sozusagen eine Stadt die so also zumindest zu kalten Kriegszeiten war das sozusagen immer ein bisschen der östliche Rand des Westens oder so.

00:09:27: Die geografische Nähe passt!

00:09:29: Wir können ja mal kurz in den israelischen Song rein hören von Noam Bettanezder und heißt Michelle

00:09:39: Ich

00:09:44: weiß nicht, wie gut dein Hebräisch ist.

00:09:45: Meinst du es nicht so gut?

00:09:46: Aber ist das ein politischer Song?

00:09:49: Das Schöne ist ja, dass er bald dann ins Französische wechselt.

00:09:52: Das verstehe ich wieder und auch ein bisschen Englisch singt und so... Das ist ganz bewusst kein politischer song!

00:09:57: Und es ist auch ganz bewusst, dass jetzt irgendwie der Einstieg ist so ein bisschen irreführend weil sie ist auch Ganzbewusst keine Ballade.

00:10:03: Stimmt.

00:10:03: Es wird dann Pepegane im Refrain.

00:10:05: Genau, genau.

00:10:06: Gibt auch so Tanz-Einlagen und so Sachen.

00:10:08: also Ganz kurz wurde irgendwie spekuliert, weil es ein prominentes Opfer des Hamas-Angriffs, die ja schwer verletzt wurde gab.

00:10:17: Die Michelle mit Vornamen heißt und eine der Songwriterinnen von dem israelischen Beitrag Juval Rafael, die letztes Jahr auch die Sängerin war Die ist auch eine Überlebende des Tamasangriffs, ob es da in Bezug geben würde.

00:10:31: Aber der Noam Betan hat also gesagt, es ginge da um eine Michelle die gäbe es auch wirklich die Würde nicht Michelle heißen und das ist letztlich wenn man vom Text sich anschaut Ist das irgendwie so ne Art Liebesgeschichte Traurige schwieriger Liebe irgendwie.

00:10:45: aber Es ist letztliche Liebe Geschichte.

00:10:48: Und es ist natürlich ganz interessant, dass das dann Song genommen wird der halt eben relativ viel französischen Text so drin hat.

00:10:54: da könnte man ja auch irgendwie wenn man jetzt spekuliert, dass sozusagen mit der Auswahl des Titels immer eine Botschaft verbunden werden könnte, dass man dann sagt also Israel-Damen durch zeigen will die Nähe zu Europa oder sowas.

00:11:09: aber Vielleicht ist es auch viel banaler, weil eben der Sänger Noam Bethan in Frankreich aufgewachsen ist.

00:11:17: Der entscheidungsprozess in Israel ist immer der, dass es so eine Castingshow gibt wo das Publikum den Interpreten wählt und also das Publiken hat sich für ein Noam-Bethan entschieden und dann die Songenauswahl wird intern vom Rundfunk gemacht.

00:11:33: Du hast jetzt schon die israelische Künstlerin erwähnt, die letztes Jahr angetreten ist.

00:11:38: Joval Rafael gegen die soll es ja auch Anfeindungen gegeben haben?

00:11:42: Wie war das denn letztes Mal?

00:11:44: Wie hast du das mitbekommen?

00:11:47: Letztes Jahr war man sehr nervös im Vorfeld wie die Reaktionen auf den israelischen Beitrag sein würden.

00:11:55: Das hat er aber ehrlich gesagt noch mehr zu tun mit dem was zwanzig-vierundzwanzig passiert war.

00:11:59: vielleicht fange ich damit einmal erst an.

00:12:02: Da war es so, dass Israel eine zwanzigjährige Sängerin den Golan hingeschickt hatte.

00:12:06: Die in Malmö war der Wettbewerb damals in Schweden und die hat halt irgendwie unter schwersten Sicherheitsvorkehrungen im anderen Hotel als alle anderen zu wohnen müssen.

00:12:18: Und es gab dann auch Situationen wo andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrativ gegänt haben wenn sie sich in der Pressekonferenz geäußerteilen.

00:12:27: Es gab da gewisse Feindseligkeit ihr gegenüber Und umgekehrt gab es aber auch eben Provokationen oder wird zumindest Berichte von Provokations der israelischen Delegation gegenüber den Acts, die man halt irgendwie als feinselig wiederum empfunden hatte.

00:12:45: Das Ganze passierte dann sozusagen vor dem Background davon dass das eben in der Stadt Demonstrationen gab gegen Israels Teilnahme am ESC.

00:12:56: so

00:12:56: Das war.

00:12:56: aber

00:13:01: im Jahr ist es auch so, dass Israel ein Song ausgewählt hat, der ursprünglich Oktober Rain heißen sollte.

00:13:13: Anspielung auf den Angriff der Hamas im Oktober natürlich.

00:13:16: Genau und da gab es dann von der EBU eine Kommission, die halt eben immer die Songs prüft und die dann gesagt hat also das geht nicht, dass ist zu politisch und dann haben sie den Titel geändert und so.

00:13:27: aber man hatte halt den Hintergrund noch ein bisschen im Kopf.

00:13:30: In den Jahr zwanzigzwanzig trat Israel dann erneut mit einer Ballade auf textlich ja soweit ich mich erinnere eigentlich relativ unverfänglich durch die Person, Juval Rafael.

00:13:43: Die eben bei diesem

00:13:45: Supernova-Festival wurde sie genau...

00:13:48: Angriff auf dieses Techno?

00:13:49: Genau!

00:13:49: Auf dieses Supernova Festival sich da halt irgendwie unter Leichen versteckt hatte und dadurch das wirklich... Dadurch hatte das natürlich irgendwie einen Bezug dazu dass sie da am Start war.

00:14:04: Und es gab dann in der Stadt, in Basel also sozusagen zu Beginn der ESC-Woche gibt's immer so eine Art Aufmarsch.

00:14:12: In der Stadt wo alle Acts präsentiert werden und das städtisch Publikum die dann halt im begrüßen und bejubeln kann und da gab´s dann also relativ viele Palästinervlacken im Publikums.

00:14:23: und dann gabs also so eine Szene wo ein Passant ihr dann halt eben so einen Kopfabzeichen gegenüber machte und so.

00:14:29: Also unschön wirklich unschöhn!

00:14:31: Und während der Show gab es Pfiffe und Buchrufe, aber es gab eben auch technische oder es wurde sehr stark diskutiert danach.

00:14:43: Aber vermutlich gab's die schon dass halt praktisch die mit technischen Mitteln halt eben die Buchufe sozusagen überdeckt wurden das ist sozusagen in der Übertragung nicht so rüber kommt.

00:14:55: Also das ist auch ein schwieriges Feld, weil natürlich ist es bis zum gewissen Maße auch normal dass praktisch in der Soundabmischung ein bisschen geguckt wird wie stark will man das Publikum drauf haben?

00:15:05: übertönt die Musik oder so...

00:15:09: Ja, aber ich muss sagen also wenn ich das so höre dass dann Überlebende von so'n Massaker dann ausgebut wird auf der Bühne und es da wirklich Proteste persönliche Diffamierung gibt.

00:15:19: Also mir läuft's da schon kalt den Rücken runter, muss ich sagen bei allem legitimen Protest gegen die israelische Regierung.

00:15:25: Da stelle ich mir schon die Frage ist das noch eine Protestform oder ist es schon Antisemitismus?

00:15:30: Klar, die Frage kann man auf jeden Fall stellen.

00:15:33: Also ich mein ja gab es persönliche Defamierung?

00:15:35: weiß ich halt nicht.

00:15:36: also letztlich wurde sie als Repräsentantin ihres Heimatlandes ausgebucht aber dennoch ist hier da als einzelne Sängerin auch auf der Bühne.

00:15:46: Aber das sind wir halt genau in diesem Spannungsfeld was eben der Eurovision Song Contest bietet.

00:15:51: also du hast einen Wettbewerb Einzelne, mehr oder weniger junge Interpretinnen-Interpreten halt Liedervorsingen und damit in Wettstreit stehen.

00:16:01: Und zugleich ist das Ganze natürlich eindeutig irgendwie auch als Wettbewerb von Nationen erkennbar und dann werden die einzelnen natürlich auch irgendwie so als Repräsentanten gesehen

00:16:13: ja.

00:16:14: Stellvertreter da gesehen.

00:16:16: Ist denn Israel das einzige Land um dass es so heftige Debatten und Kontroversen gibt im Rahmen vom ESC?

00:16:23: Nein, das ist schon ein bisschen so.

00:16:28: Konflikte in Europa widerspiegeln, die es halt eben so gibt.

00:16:32: Also es gibt immer mal wieder gab es zum Beispiel zwischen Armenien und Aserbaycan, die ja wegen der Karabacht im Streit und dem Krieg teilweise lagen das sie dann gegenseitig sich boykottieren wollten.

00:16:46: Es gab einen Ausschluss Yugoslaviens.

00:16:50: Das war allerdings damals auf der Basis einer UNO-Sanktion also eines UNOSicherheitsratsbeschlusses.

00:16:57: sogar Österreich hat mal, man weiß nicht so ganz genau.

00:17:00: Aber womöglich mal boykottiert und zwar als der ESC-Ninzenertwo, neunsechzig in Spanien stattfand.

00:17:07: Hat Österreich nicht teilgenommen?

00:17:09: Und Spanier war damals ja unter der Diktatur von Franco und da wollten die wohl nicht antreten.

00:17:15: Das heißt Boykotte oder Boykott-Aktion gehören sozusagen zur Geschichte des ESC dazu.

00:17:21: aber warum eigentlich?

00:17:22: weil das war ja als ein unpolitisches Event ursprünglich gedacht.

00:17:26: Na ist es noch immer, also das steht in den Regeln.

00:17:30: Ich habe es mir hier aufgeschrieben.

00:17:41: Also das ist sozusagen die Grundlage unter dem dass alles passiert und zugleich ist es natürlich auch eine Illusion vielleicht eine konstitutive Illusion, weil man eben sagt.

00:17:54: Man bietet sozusagen einen Raum in dem Länder konkurrieren können mit etwas so harmlosen wie Musik in einem Wettbewerb der aber ja als Wettstreit auch irgendwie harmlos ist.

00:18:07: Das ist sozusagen die idealistische Grundidee davon.

00:18:11: Aber zugleich passiert das nicht im luftleeren Raum und die Dinge, die eben in Europa in der Zeit passieren haben wir Auswirkungen auf das, was bei ESC passiert.

00:18:22: Vielleicht kann man das ja auch ein bisschen vergleichen mit einer Fußball-Weltmeisterschaft wo ja auch verschiedene Länder gegeneinander antreten?

00:18:28: Wobei mein Gefühl ist dass der ESC trotzdem immer noch eine Spur politischer ist.

00:18:31: oder wie siehst du das?

00:18:33: Ja das ist glaube ich schon so und das hat auch damit zu tun.

00:18:38: also sozusagen der symbolische Gehalt mit dem man Musik aufladen kann halt dann letztlich doch größer ist.

00:18:44: Du hast ein Songtext, der sagt ja schon mal irgendwas aus und dann hast du auch in der Auswahl deines Acts und in der Art wie du das inszenierst kannst du auch sehr viel symbolischen Gehalt unterbringen.

00:18:59: Ich habe jetzt gerade irgendwie gefunden, ein französische Neuerscheinung.

00:19:02: Ein Buch das heißt irgendwie Geopolitik de la revision also irgendwie die geopolitik des Eurovision Song Contest und die betrachten das Ganze so bisschen unter so einem Blickwinkel von Soft Power und Nation Branding.

00:19:14: Also dass sozusagen die einzelnen Nationen in dem welchen Akt sie da hinschicken und wie Sie den präsentieren lassen sich selber natürlich auch in irgendeiner bestimmten Form präsendieren wollen.

00:19:25: Und das kann man in manchen Fällen relativ deutlich erkennen und in anderen ist es sozusagen Interpretation.

00:19:35: Und das ist ja auch das Schöne, der Unterschied zwischen Sport- und Musik, dass letztlich halt eben beim Sport am Ende doch sehr klarzuhält wer halt der schnellste ist oder wer die mir meistens Tore geschossen hat und bei der Musik die hört man halt und hat da seine Gedanken zu uns und seine Gefühle dazu.

00:19:51: Das ist immer sehr subjektiv, das stimmt.

00:19:53: Wenn wir über die politische Dimension des ESC sprechen, dann gibt es ja noch die, dass der ESC mittlerweile auch tief in der Queer-In-Community verankert ist?

00:20:03: Warum ist es eigentlich so?

00:20:05: Ja!

00:20:06: Das ist eine interessante Frage warum das so ist.

00:20:08: Also letztlich ist natürlich Musikerinnen und Musikern sicher ein Milieu, indem halt irgendwie der Anteil queerer Personen größer ist als in der Gesamt.

00:20:18: Gesellschaft würde ich mal die Theorie aufstellen.

00:20:21: Aber trotzdem war es eben so, dass das natürlich lange Jahre kein offenes Thema sein konnte.

00:20:27: Heute weiß man, dass also auch schon in Frühzeiten Schule oder lesbische Artists da aufgetreten sind, die dann aber zu der Zeit halt nicht offen out waren.

00:20:37: Das änderte sich erst in neunziger Jahren.

00:20:39: Paul Oskar aus Island war glaube ich der Erste und da wollte ja vorher noch sagen, dass es halt in den achtziger Jahren eine Phase gab an der der ESC sich so ein bisschen abgekoppelt hatte von so dem allgemeinen popmusikalischen Geschäft und auch in schlechten Rufstand als Kitschveranstaltung.

00:20:59: Und in dieser Zeit gab es aber eben die Community, dem treu geblieben ist, den Wettbewerb und die den halt auch so ein bisschen unter Campgesichtspunkten eben gefeiert hat.

00:21:11: Und das war so eine Queery-Community?

00:21:13: Das war die Queery Community und ich glaube dadurch hat sich da so einen Bond irgendwie entwickelt aber für jüngere Generationen ist es halt eben ganz klar dass es halt so ein paar symbolische Acts und Sieger eben auch gab.

00:21:26: Das war Dana International für Israel mit dem Song Diva als Transperson Das war natürlich Conchita Wurst, genau als weibliche Kunstfigur mit Bart.

00:21:39: Und Conchitta hat das Ganze dann ja auch eben sehr ausdrücklich ihren Sieg eben als Geste dann eben auch dargestellt mit ihrem Satz da We are Unity und We Are Unstoppable und es wurde schon auch so verstanden als klares Zeichen.

00:21:55: Ja vielleicht können wir noch mal ein bisschen in der Geschichte zurückgehen und über die Highlights sprechen, so aus der Geschichte des ESC.

00:22:02: Ich selbst bin ja großer Aber-Fan, obwohl ich in den vergangenen Jahren noch nicht geboren war.

00:22:07: Da hat aber den ESC für Schweden gewonnen mit diesem Beat.

00:22:20: Ja, Waterloo ist das!

00:22:23: Könnte ich rauf und runter hören.

00:22:24: Welcher Auftritt war denn für dich sehr bemerkenswert?

00:22:27: Oder ist dir in Erinnerung geblieben?

00:22:28: Na ja, mir sind natürlich sehr viele in Erinnung geplieben!

00:22:32: Wenn ich jetzt mir so einen aussuchen dürfte wäre es einer aus dem Jahr, aus dem Jannu-Aus-Siehren-Achzig, Italien-Auchzehn-Aachzig, Franco-Batiato und Alice im Duett i Treni di Toseur.

00:22:45: Klingt wunderschön, können wir auch mal reinhören... Also nicht versetzt das in den Italienurlaub.

00:23:04: Ja, aber ich war zu der Zeit dreizehn, da hatte gar kein Italien, war noch nie in Italien zu.

00:23:11: derzeit und der Bezug war glaube ich eher dass ich irgendwie zu der zeit so außerhalb des ESC-Synti-Pop gerne gehört hat, der Peschmott und solche Sachen.

00:23:20: Und es immer irgendwie so gerne hatte wenn sozusagen die Sachen aus den anderen Genres da irgendwie auftauchten im ESC und zugleich aber sich auch anpassten an den Wettbewerb.

00:23:32: Das ist halt hier dann wirklich ganz toll.

00:23:34: oder hast du diesen ziemlich schönen Cynti Backing?

00:23:40: Richtiges Crewen und Gesang.

00:23:42: Und ehrlich gesagt, wenn man sich das genau anhört gegen Ende des Songs kommt dann von den Hintergrundkörn kommt noch so ein bisschen Operngesang.

00:23:50: Dann würde ich jetzt so sagen also die Mischung aus Elektrobeat- und Operngesen.

00:23:53: An was erinnert uns das an?

00:23:56: Ah,

00:23:58: da schließt sich der Kreis.

00:24:00: Ich werde es mir gleich nach dem Interview noch mal anhören!

00:24:02: Aber lasst uns doch nochmal – wir sind ja hier bei Inside Austria nochmal ein bisschen über Österreich sprechen bzw.

00:24:07: Österreich und Deutschland.

00:24:09: die beiden verbindet beim ESC eine schlechte Nachbarschaft.

00:24:14: Es ist so dass die Österreicher den Deutschen nicht so gerne Punkte geben.

00:24:18: Meinst du da kommt dieser alte österreichische Komplex gegenüber dem großen Nachbarland zum Ausdruck oder was steckt dahinter?

00:24:26: Also ich muss hier mal mit einem Mythos glaube ich ein bisschen aufräumen.

00:24:29: Es ist schon so, dass es gibt... Nachbarschaften beim ESC, die sich regelmäßig viele Punkte her schieben hin und herschieben.

00:24:38: Griechenland und Zypern sind dafür berühmt.

00:24:40: Ich habe jetzt noch mal in einem Buch nachgelesen was jetzt erschienen ist zum siebzigsten Jubiläum das es.

00:24:46: Das erste Mal irgendwie im Publikum Geräusche gab weil sich irgendwie die skandinavischen Länder gegenseitig die Punkte zugeschoben haben.

00:24:53: also so alt sind halt diese Bezüge.

00:24:55: und ja zwischen Deutschland und Österreich gibt es das nicht und das war besonders das in der Zeit als Juries die Punkte vergeben haben, tatsächlich so dass es da eine ziemliches Absnobben gegenseitig gab.

00:25:12: Aber angefangen damit haben die Deutschen muss man leider sagen.

00:25:14: Echt?

00:25:14: Jawohl!

00:25:15: Also Österreich war zum ersten Mal dabei, in den USA, bei der zweiten Austragung und das erste mal Punkte von Deutschland bekommen haben sie Ja.

00:25:26: Und dazwischen ist dreimal Udo Jürgens aufgetreten für Österreich und hat es einmal gewonnen, aber keine Punkte von Deutschland dafür bekommen.

00:25:34: Oh!

00:25:35: Das ist aber bitter...

00:25:36: So.

00:25:37: Dann hat sich die österreichischen Juris vielleicht gedacht, also das können wir auch.

00:25:43: Es gab dann mehrere Jahre in denen Deutschland aus ganz Europa relativ viele Punkte bekommen hat, für Jinkis Kahn beispielsweise.

00:25:52: Von Österreich keinen.

00:25:53: Einmal hat Deutschland gewonnen in two-in-achtzig Nicole ein bisschen Frieden von Österreich einen Punkt dafür bekommen.

00:26:03: also da setzt sich die gegenseitige Feindschaft einfach fort.

00:26:05: das setzte sich dann so.

00:26:06: der feinschaft ist ein großes wort aber so.

00:26:09: und aber dass alles änderte sich dann als Ich glaube, dass Televot eingeführt wurde.

00:26:17: Also die Fernsehzuschauerinnen und Zuschauern mit abstimmen konnten.

00:26:21: Und seitdem geben sich Deutschland und Österreich durchaus Punkte.

00:26:26: Immer mal auch nicht weil es zwischendurch keiner von den anderen Punkte geben wollte.

00:26:32: Da nehmen sich Deutschland-Österreich auch nicht viel aber ist schon relativ auffällig.

00:26:38: eigentlich relativ viel und auch vor allem von Österreich an Deutschland, also gibt es viele.

00:26:44: Und meine These ist eigentlich dass da möglicherweise sich bemerkbar macht das so unter Musikmarkt, Gesichtspunkten und auch Mediengesichtspunkte gelten ja Deutschland, Österreich und die Schweiz als mehr oder weniger ein Markt.

00:27:01: Und insofern sind halt eben viele Persönlichkeiten aus der deutschen Öffentlichkeit in Österreich auch bekannt und kriegen dann halt auf Punkte umgekehrt weniger möglicherweise.

00:27:12: aber auch da gab es durchaus Fälle wo Deutschland, Austria schon Punkte gegeben

00:27:16: hat.

00:27:16: Okay, nahe bin ich ja froh dass wir mit dem Mythos der alten Feinschaft aufgeräumt haben.

00:27:21: Österreich tritt ihr in diesem Jahr mit diesen Song an?

00:27:37: Ja, Tanzschein hat man schon gehört von Cosmo ist es.

00:27:40: Der ist ja auch schon viral gegangen weil's da so eine Choreo zum Referrer gibt.

00:27:44: Klingt auch ziemlich eingängig ne?

00:27:46: Ich wollte gerade anfangen sie mitzumachen aber soweit bin ich noch nicht eingeübt.

00:27:51: das ist ja noch ein paar Tage Zeit bis dahin Aber genau für mich irgendwie sozusagen So bisschen die andere Seite der Nacht zu diesem Song Nein Mann!

00:27:59: Ich will noch nicht gehen.

00:28:01: Lass uns noch ein bisschen tanzen was wir in ein paar Jahren in Deutschland oder in Österreich glaube ich auch und ziemlich großartig war.

00:28:06: also Ja, ich bin gespannt ob sie es... wie sich's übersetzt für die Leute, die die Sprache nicht verstehen.

00:28:13: Das wird man aber wahrscheinlich choreographisch ganz gut hinkriegen können.

00:28:16: Ich könnte mir schon vorstellen dass das von deutschen Fernsehpublikum schon ein paar Punkte geben könnte

00:28:24: Aber jetzt nicht unbedingt eine Gewinner-Song?

00:28:26: Es ist kein Gewinner Song und das soll glaube auch keiner sein.

00:28:30: Also wenn ich dann noch einmal an meinen Staatsoberbesuch letztes Jahr zurückgehen kann da war es so mir der Verantwortliche vom ORF erzählt hatten, dass sie eben ganz bewusst den Song Wasted Love im Sender intern ausgewählt hat.

00:28:44: Weil man da mehr berücksichtigen könnte für diese speziellen Anforderungen eines ESC-Songs, das der bei der Jury ankommt und beim Fernsehpublikum ankommt.

00:28:54: Dass man das besser steuern könne wenn man es intern aussucht So, in diesem Jahr hat Österreich ein Publikumsabstimmung

00:29:01: gemacht.

00:29:02: Weil das natürlich auch viel Arbeit ist.

00:29:03: und ESC auszurichten wahrscheinlich?

00:29:06: Ja ne ja genau.

00:29:07: also es ist teuer... Es ist so eine zwiespältige Sache!

00:29:10: Also es ist viel Arbeit, es ist auch teuer erstmal.

00:29:13: aber es ist natürlich auch eine Werbung für die Austragungsstadt mal mindestens und oft auch für das Land.

00:29:20: Aber zweimal untereinander muss dann vielleicht nicht unbedingt sein.

00:29:24: Genau Irland hatte ja mal irgendwie in den Neunzigern so eine Phase wo sie Drei mal, glaub ich, hintereinander.

00:29:29: Und das war dann die Erschöpf danach.

00:29:32: Fertig!

00:29:33: Ja für Deutschland tritt ja Sarah Engels mit Fire an.

00:29:37: Können wir auch mal ganz kurz reinhören?

00:29:47: Was denkst du holt uns der Song aus dem ESC-Tief?

00:29:51: Also da gibt es ja auch so ein Tanzbreak... Das mache jetzt erst recht nicht nach, weil das wäre in meinem Alter irgendwie gesundheitsgefährdend.

00:29:58: Naja des ESC Tiefes ist ja jetzt auch alles nicht mehr so schlimm in den letzten Jahren.

00:30:03: Mittelplätze dabei und in der Gegend würde ich das jetzt schon auch vermuten.

00:30:07: Also es gibt irgendwie so eine Art ESC-Untergenre, was als Girlbop bezeichnet wird.

00:30:15: Okay!

00:30:15: Was ist das?

00:30:16: Fast jedes Jahr gibt's irgendwie so einen Song, der eben sehr stark von Tanz und von einer Form von expressiven ... Einfachem Reimen und auch sehr oft von Feuermetaphorik lebt.

00:30:30: Also es gibt einen berühmten Song Fuego aus Zypern zum Beispiel, das ist irgendwie so der klassische Girlbob.

00:30:36: Und man erwartet das üblicherweise eher von Mittelmeer an reiner Ländern und dass jetzt von Deutschland kommt, ist ein bisschen überraschend.

00:30:43: Es wirkt dadurch für meinen Geschmack auch ein bisschen streberhaft oder so, dass man das so versucht aber andererseits ist es halt irgendwie als Ohrwurm.

00:30:54: Ja, es ist schon so.

00:30:57: Mal gucken!

00:30:58: Es gibt auch eine sogenannte Money-Note wo sie halt dann so lang den Ton hält und wenn das gelingt könnte das schon irgendwie Eindruck schaffen.

00:31:06: Fire gilt in den Wettbüros... Allerdings nicht als großer Favorit, sondern dort ist im Moment der Titel von Finnland vorne.

00:31:15: Versuche ich nicht auf finnisch aufzusprechen aber auf deutsch heißt der Titelflammenwerfer also da geht noch ein bisschen mehr als vorher.

00:31:21: Noch mal Feuer okay.

00:31:22: Oh noch feuriger!

00:31:25: Wenn wir über Sarah Engels sprechen, muss man auch kurz erwähnen.

00:31:27: Die hat sich ja zuletzt so einen kleinen Shitstorm eingefahren wegen einem Posting auf Instagram.

00:31:33: da waren die Kinder in Südafrika zu sehen, die ihren Song Fire singen und sie hat dazu geschrieben Musik braucht einfach keine Sprache.

00:31:41: Sie werde diese funkelnden Augen dieses Lachen diese pure Freude nie vergessen.

00:31:45: Und darauf gab es dann sehr viel Kritik.

00:31:47: war die berechtigt?

00:31:49: Also ja, die Argumentation war halt, dass das irgendwie so ein White Saviour-Komplex ist.

00:31:55: Sie kommt dann da aus Europa hingeflogen und bringt den Kindern in Afrika das Singen bei.

00:32:03: So hat sie das natürlich nicht gemeint!

00:32:05: Und das hat sie im Interview später auch gesagt.

00:32:11: Genau, das Video gelöscht und sagt sie verstündet die Argumentation.

00:32:15: Und das ja schon mal eine ganze Menge wert würde ich sagen.

00:32:17: immer wenn man irgendwie sich Argumente austauscht und Einsicht und so ist ja alles ganz schön.

00:32:22: aber Ich finde es also über das was das halt irgendwie inhaltlich aus sagt oder nicht halt ein relativ typische und insofern auch ganz interessante Sache weil es halt eben So ein klassischer Mikro aufreger isst wie er in social media eben so seine Karriere macht und dass ist davon sehr viele gibt.

00:32:41: Weil also schon alleine dadurch, dass es halt eben im thirty-fünf, sonst sogar eher mehr dieses Jahr nur einen Teilnehmer gibt bei denen überall auf irgendetwas irgendwie geachtet werden kann und die ständig ja auch irgendwelche Werbeauftritte machen und irgendwelchen Sachen sagen.

00:32:56: Und das alles wird letztlich aber mit dem ESC verbunden.

00:33:00: Das ist für den Eurovision Song Contest eine Stärke in der Zeit, die von Social Media geprägt wird.

00:33:07: Weil dadurch halt eben der ESC als Marke immer noch ein bisschen mitschwingt und genau also solche Mikro-Aufreger möchte ich es mal nennen.

00:33:15: Die gibt's halt eben dann in der ESCsaison wahnsinnig viele.

00:33:18: das wird jetzt auch in den nächsten Wochen noch dichter und wenn man bei jeder Probe noch irgendwas zu beachten und zu beobachten ist manchmal anstrengend aber Großer Spaß.

00:33:30: Und auch ganz unterhaltsam, ja ich bin gespannt was noch kommt vor Mitte Mai!

00:33:35: Ja Felix ist noch eine wichtige Frage zum Abschluss.

00:33:38: Welcher Song ist denn dein Favorit beziehungsweise?

00:33:41: Was glaubst du?

00:33:41: wo findet der ESC im nächsten Jahr statt?

00:33:45: Hm das ist ne gute Frage.

00:33:47: Wie gesagt, in den Wettbüros vorne liegt dieser finnische Titel von der Geigerin Linda Lampenius.

00:33:54: Die auch mal eine neunzige Jahr bei Babewatch aufgetreten ist.

00:33:57: ich glaube das nicht so richtig dass er gewinnt.

00:34:00: also man muss es jetzt halt wirklich erstmal abwarten.

00:34:02: wie die Auftritte sind sie wasted love?

00:34:05: Es ist schon alles.

00:34:06: die Inszenierung spielt eine große Rolle und es wird aus sicher an den Songs noch ein bisschen rum gemacht.

00:34:12: aber es ist schon auffällig dass es in diesem Jahr sehr viel knallt und sehr viele Songs mit abrupten Genre wechseln.

00:34:22: Und vieles ist

00:34:24: auch

00:34:24: ziemlich laut dadurch, für ältere Ohren möglicherweise auch schon so ein bisschen anstrengend.

00:34:31: Ich glaube dass das kein Zufall ist sondern es hat damit zu tun, dass einerseits eben das Televoting gibt Zahlen, dass es halt überwiegend eher junge Leute da eben viel abstimmen.

00:34:41: Und die Juries deren Besetzung ist jetzt auch verändert worden.

00:34:45: Es gibt jetzt sieben statt fünf Jury-Mitglieder und zwei von denen müssen zwischen achtzehn und zwanzig sein.

00:34:49: Also möglicherweise ist das so ein bisschen der Hintergedanke, dass man da versucht ein jüngeres Publikum besonders zu bekommen.

00:34:55: Ich kann mir aber vorstellen also es gibt ja oft den Effekt, dass das was halt dann da viele machen sich dann so bisschen gegenseitigt

00:35:01: So abnutzt.

00:35:03: Und dass dann etwas, was ganz anders ist auffällt?

00:35:06: Also eigentlich wäre das jetzt so ein Jahr für eben diese portugiesische Ballade vor ein paar Jahren oder sowas, also wo man mit so einem eher ruhigen stilsicheren Auftritt was erreichen könnte.

00:35:19: Soweit ich das bisher gehört habe, ist mir da allerdings nicht so richtig was ins Auge sprungen, was da für passt und deswegen ist mein Favorit

00:35:28: Australien

00:35:29: Delta Good Ram seine Routinierte Sängerin und die singt auch ein routiniertes Lied.

00:35:35: Pop, ein bisschen ALNBI Einfluss aber halt einfach eigentlich so.

00:35:39: ein sehr klarer durchgehender Pop Song macht einen ganz guten Eindruck in diesen Fan Veranstaltungen diese im Vorfeld immer so gibt wird sozusagen auch von der Community irgendwie glaube ich angenommen Und das alles zusammen könnte sein, dass die da gewinnt.

00:35:55: So jetzt ist natürlich die Frage von dir gewesen wo findet denn dann der ESC nächstes Jahr statt?

00:36:00: und das ist dann wirklich eine sehr offene frage weil ich weiß nicht ob das funktioniert es dann in australien stattfinden zu lassen oder ob dann halt irgendwie ein europäisches land wahrscheinlich eines der big five einspringt.

00:36:14: vielleicht noch ganz kurz zum schluss wie kommt eigentlich das australian auch beim Eurovision Song Contest mitmachen?

00:36:19: Ja, das letzte Mal der ESC in Wien zu Gast war Australiens erste mal dabei.

00:36:25: Das war damals die Einladung weil die so treue Fans dort haben und es ist offenbar wirklich so.

00:36:31: also kann verraten dass man Sohn gerade im Schüler-Austausch in Neuseeland ist und dessen Gastvater aber eine Zeit lang in Australien gelebt hat.

00:36:39: Und gesagt hat, ja natürlich sind wir immer aufgestanden und haben den ESC geguckt.

00:36:44: Das hat sicher zum Teil eben auch mit Migrationsgeschichte zu tun, aber nicht nur.

00:36:48: Es ist also ein Ding in Australiens irgendwie den ESCs zu schauen.

00:36:51: Da hat die EU Australien eingeladen, ursprünglich einmalig teilzunehmen.

00:36:58: Und das hat aber irgendwie auf beiden Seiten Anklang gefunden.

00:37:02: Seitdem sind die immer dabei.

00:37:03: Das ist doch schön, wenn die europäischen Grenzen da so offen sind!

00:37:07: Ja auf eine

00:37:08: Art.

00:37:08: Felix mir hat es sehr viel Spaß gemacht.

00:37:10: das war mal ein bisschen andere Folge von Inside Austria.

00:37:13: sonst sind wir ja immer sehr politisch also auch politisch aber vor allem auch unterhaltsam und musikalisch.

00:37:18: ganz vielen Dank dass du hier warst und dein Wissen über den ESC mit mir und den Hörerinnen und Hörern geteilt hast.

00:37:25: Vielen Dank.

00:37:27: Zum Schluss noch ein Hinweis, wenn ihr Lust habt uns mal live und in Farbe auf der Bühne zu sehen dann könnt ihr das tun am achten Mai in Innsbruck.

00:37:36: Dort findet nämlich das ganze Wochenende über das Journalismus fest statt und wir freuen uns sehr dass er wieder zu Gast sein dürfen.

00:37:43: Die Teilnahme ist kostenlos.

00:37:44: alle Infos findet ihr in den Show Notes.

00:37:47: Wir wollen in dieser Live-Podcast Folge dann ausnahmsweise mal nicht mit einem Gast sprechen sondern erzählen was über uns selbst.

00:37:54: Nämlich darüber wie wir Inside Austria eigentlich machen, wie wir große Serien produzieren und Grenzüberschreiten zwischen Wien und Berlin arbeiten.

00:38:03: Falls ihr da konkrete Fragen habt, die wir auf der Bühne beantworten sollen, dann schreibt sie uns gerne vorab!

00:38:08: Entweder direkt in die Kommentare bei Spotify oder an unsere Mailadressen insideaustriaatspiegel.de oder podcastatesta.at.at.

00:38:17: Die packen wir auch nochmal in die Shownotes.

00:38:19: Wir würden uns riesig freuen, einige von euch beim Journalismus festan persönlich kennenzulernen.

00:38:24: Es wird sicher auch die Gelegenheit geben nach der Live-Folge nochmal mit uns zu quatschen und Fragen zu stellen.

00:38:29: also kommt gerne vorbei!

00:38:31: Unsere journalistische Arbeit könnt ihr am besten mit einem Abonnement unterstützen.

00:38:35: alle Infos zu einem Standard Abo findet ihr auf abo.destandard.at Und unsere Hörerinnen und Hörern können mit dem Rabattcode Standard vier Wochen lang das Angebot von Spiegel Plus für nur ein Euro pro Woche testen.

00:38:46: Alle Infos dazu gibt's auf spiegel.e.

00:38:48: slash der Standard.

00:38:50: Alle Links und Infos stehen wie immer auch in den Shownutzen dieser Folge, danke fürs Zuhören!

00:38:55: Und allen die auch hinter dem Kulissen an diesem Podcast mitwirken.

00:38:58: Das waren diesmal Sven Preger, Jared Schmitke und Christoph Neuwirt.

00:39:02: Ich bin Lucia Heisterkamp und sage Tschüss und Baba.