Inside Austria

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Der Podcast über die großen und kleinen Skandale Österreichs

Transkript

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00:00:06: Braunau am Inn.

00:00:08: In dem Städtchen in Oberösterreich, nicht weit von der deutschen Grenze steht ein Haus mit der Adresse Salzburger Vorstadt fünfzehn.

00:00:16: Man merkt wie breit diese irrationale aber leider noch immer wirkungsmächtige Anziehungskraft dieses Hauses vorhanden ist.

00:00:25: Manche nennen das unauffällige Haus auch das Haus des Bösen.

00:00:30: Vier wurde vor fast hundertvierzig Jahren ein Junge geboren

00:00:34: Zuverheirweise drüber stolpert oder dran vorbeistolpert gibt es eigentlich relativ wenige Hinweise darauf, dass der Adolf Hitler

00:00:40: geboren worden ist.

00:00:42: Adolf Hitler lebt als Baby nur wenige Wochen in dem Haus und dennoch ist das bis heute ein Ort, der Neonazis anzieht.

00:00:50: Also der Ort hatte eine besondere Bedeutung nicht nur für die österreichische und deutsche Neonazi Bewegungen sondern zwischen darüber hinausgehend.

00:01:02: Jahre lang wurde diskutiert, was mit Hitlers Geburtshaus geschehen soll.

00:01:06: Bis jetzt!

00:01:07: Die Entscheidung eine Polizeistation hinzugegeben wurde vom Innenministerium getroffen und am Anfang muss ich gestehen weil ich etwas skeptisch...

00:01:18: Ich bin Katharina Zingerle vom Spiegel

00:01:20: Und ich bin Antonia Raut vom Standard.

00:01:22: In dieser Folge von Inside Austria sprechen wir über ein Haus das die Republik Österreich wie kaum ein anderes beschäftigt hat.

00:01:29: Wir möchten verstehen, warum heute ausgerechnet eine Polizeistation in Hitlers Geburtshaus ist und warum viele Menschen damit gar nicht glücklich

00:01:37: sind.

00:01:49: Braunau am Inn ist eine Kleinstadt in Oberösterreich.

00:01:52: Nicht weil zwanzigtausend Menschen leben hier – der Fluss Inn zieht sich breit durch das Städtchen!

00:02:03: Das ist unser Kollege Jörg Schindler.

00:02:06: Er ist Spiegelkorrespondentin Wien und war vor kurzem selbst im Braunau Nicht für Sightseeing, sondern wegen des berühmtesten Braunaurs Adolf Hitler.

00:02:15: Er ist hier geboren!

00:02:17: Man hat so Assoziationen, dass das möglicherweise irgendwie ein Nazi-Nest ist, dass es irgendwie was braunes Finsteres wie auch immer hat und das hat sie überhaupt nicht.

00:02:23: also ich finde im Gegenteil, es hat etwas sehr Offenes Freundliches.

00:02:27: Trotzdem ist der Ort für immer mit jenem Mann verbunden, der für die gezielte Ermordung von Millionen Menschen verantwortlich ist.

00:02:34: Hätte mich auch nicht gewundert, wenn viele gesagt hätten Lassen Sie mich mit Titeln in Ruhe.

00:02:38: Das ist jetzt nun wirklich nicht mehr mein

00:02:40: Thema.".

00:02:41: Aber Jörg Schindler sagt die Menschen erzählen ihm bereitwillig davon wie es ist aus Braunau zu sein.

00:02:47: Was ich sehr interessant fand war dass viele irgendwie so erzählt haben das sie wenn sie reisen öfter mal vermeiden zu sagen dass sie aus braunau kommen also ihr dann so umschreibungen wählen.

00:02:57: ich komme aus dem Innenviertel oder aus der Nähe von Salzburg

00:03:00: Denn auch und achtzig Jahre nach Hitlers Tod assoziieren immer noch viele Menschen Braunau direkt mit dem Führer.

00:03:13: Mann nach Ägypten gereist ist.

00:03:15: Und als sie dann eingereist sind und der Beamte bei ihm im Pass ihres Mannes Geburtsort Braunau gesehen hat, so hat sie es erzählt, hat er sich die Finger an die Lippen gelegt und oh, Braunau geraunt!

00:03:25: Insofern sagt sie kein Unheuer dass man jetzt nicht unbedingt offensiv damit umgeht

00:03:29: wo man

00:03:30: herkommt.".

00:03:30: Die Braunauer haben nicht nur im Urlaub mitunter mit ihrer Herkunft zu kämpfen.

00:03:35: Seit Jahrzehnten ist Braunau auch Anziehungsort für Neonazis.

00:03:40: Es gab tatsächlich irgendwann mal die Situation, dass die Stadt einen Hochzeitsverbot ausgesprochen hat für den zwanzigsten April.

00:03:46: Weil es offensichtlich dann doch ab und zu Menschen gab, die dann aus welchen Gründen auch immer Just an diesem Tag in Braunau heiraten

00:03:53: wollten.".

00:03:53: Der Twanzigste April – Hitlers Geburtstag.

00:03:56: Um dieses Datum häufen sich in Braunauer immer wieder Vorfälle mit Neonazis.

00:04:01: Ist die Stadt eine Pilgerstätte für Rechtsextreme?

00:04:11: enttäuschen muss, denn es ist keineswegs so gewesen und das wird auch keinesweg so sein dass man von einer Pilgerstätte sprechen kann.

00:04:20: Hier hört ihr den Historiker- und ehemaligen Gymnasialdirektor Florian Kotanko.

00:04:25: Ich bin Jahrgang neunzehntneunundvierzig im Brauna geboren war die längste Zeit meines Lebens in Brauna.

00:04:32: Florian Kotanko ist aber nicht einfach nur ein Local.

00:04:35: er hat den Verein für Zeitgeschichte in Braunau mitbegründet und gilt als Wandelndes Gedächtnis der Stadt Amin.

00:04:41: Er setzt sich mit seinem Vereinde für ein, dass die Stadt sich aktiv ihrer Geschichte stellt.

00:04:46: Von Hitler-Tourismus in Braunau könne man heute aber definitiv nicht sprechen.

00:04:51: Es war eine Pilgerstätte von neunzehntundertachtunddreißig.

00:04:58: Nach Kriegsbeginn ist diese organisierte Besucht in Braunow logischerweise reduziert worden und es ist auch klar, dass jeder einzelne Vorfall einer zu viel ist.

00:05:10: Aber eine Pilgerstätte ist etwas ganz, ganz anderes.

00:05:16: Was Florian Kotanko meint – es kommen jetzt nicht täglich Busse von der Neonazis auf Besuch nach Braunau.

00:05:22: Aber vereinzelt sind schon immer wieder Hitler für Ära zu sehen und es gibt auch immer wieder Vandalismus, der eindeutig aus der rechten Ecke kommt!

00:05:30: Sie alle zieht vor allem ein Haus an – Hitlers Geburtshaus.

00:05:36: Wie stark dieser Mythos ist das haben wir eigentlich als Seiteneffekt bei der Recherche mitbekommen.

00:05:41: Unser Kollege Jörg Schindler erzählt, wir bei seinem Besuch in Braunau ganz zufällig über einen Detail stolpert.

00:05:47: Das zeigt wie sehr Braunau und das Geburtshaus rechtsextreme auf den Plan rufen!

00:05:52: Auf Smartphones, wenn man eben Salzburger Vorstadt-Fünfzehn angibt findet man tatsächlich das Adolf Hitler Geburtshaus.

00:05:58: So wird es da genannt als Touristenattraktion.

00:06:00: also dieses lila Sternchen.

00:06:01: und wir haben dann eben uns mal angeschaut wie ist das eigentlich bei anderen digitalen Kartenanbietern?

00:06:05: Und sind dann zu unserer großen Überraschung drüber gestolpert dass bei Google Maps das Haus nicht mit Salzburger vor Stadt fünfzehn sondern mit Salzburg Vorstadt achtundachtzig angegeben wird.

00:06:16: Das ist ein rechtsextremer Code.

00:06:19: Die Acht steht dabei für den achten Buchstaben im Alphabet, H. Achtundachtzig bedeutet also Doppel-H Heil Hitler.

00:06:27: Kurioserweise war diese Zahl achtundachtzlich auf den digitalen Karten auch verlinkt und wenn man auf dem Link geklickt hat, hat man tatsächlich als Adresse hachandachtzig bekommen.

00:06:36: Und wir haben dann natürlich Google konfrontiert damit.

00:06:38: die sagten dann das es sich da offensichtlich um eine Manipulation handelt und haben sie dann auch schleunig sein so eigentlich sozusagen am selben Tag noch geändert.

00:06:46: Jetzt steht also auch bei Google wieder Salzburger Vorstadt fünfzehn.

00:06:50: Das lila Sternchen ist allerdings noch da.

00:06:53: In Braunau selbst gibt es tatsächlich relativ wenige Hinweise darauf, wo das Geburtshaus zu finden ist.

00:06:58: Es ist nicht so, dass sozusagen tausende Schilder auf Hitlers Geburtshaus weisen.

00:07:02: Es gibt am Marktplatz eine Info-Tafel die davon erzählt, dass es dieses Haus gibt und die Geschichte dahinter.

00:07:08: Und was natürlich besonders auffällig ist das in der eigentlichen Adresse also Salzburger Vorstadt fünfzehn wenn man so will am Südrand der Altstadt isst.

00:07:16: da gibt es einen Mahnstein aus Granit aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen.

00:07:22: Dieser Mahnstein steht auf dem Bürgersteig vor dem Haus.

00:07:25: Darauf steht, für Frieden, Freiheit und Demokratie.

00:07:29: Nie wieder Faschismus!

00:07:30: Millionen Tote

00:07:31: mahnen.".

00:07:32: Die Stadt ließ ihn in den Jungen aufstellen kurz vor Hitlers hundertsten Geburtstag – nicht zu Feier sondern weil man damals mit einem Ansturm von Neonazis rechnete.

00:07:42: Es gab ja auch eine wirklich fast physische Konfrontation zwischen Neonazzis und Antifaschisten damals Und war eben der Versuch mit einem Stein aus dem immer liegenden Konzentrationslager Mauthausen, wo es einen Steinbruch gegeben hat.

00:08:01: Wo Häftlinge wirklich durch Arbeit umgebracht wurden und auch einem Text hier ein Zeichen zu

00:08:11: setzen.".

00:08:12: Das ist Oliver Radkolb.

00:08:14: Er ist Zeithistoriker aus Wien und war Teil der Kommission, die sich damit beschäftigt hat was mit dem Geburtshaus Hitlers passieren sollte.

00:08:22: Dazu später mehr!

00:08:33: Für mich ist dieser Stein wieder nichts anderes als eine Art Wegweiser zum Haus Wardorf-Hitler auf die Welt gekommen.

00:08:41: Aber ich verstehe auch die bedenken und emotionalen Verbindungen der Braunauer Antifaschistinnen und Antifascisten, die da damals wirklich ein Zeichen gesetzt haben, auch demonstriert haben gegen Neonazis.

00:08:58: Mit damals meint Historiker Oliver Rathkolb das Jahr Ninzehundertneunundachtzig, als man den Nazi ansturm wegen des hundertsten Hitler-Geburts tagsfürchtete.

00:09:07: Der große Aufmarscher Neo-Nazis blieb aus – trotzdem wurden insgesamt neun feierwillige Hitlerfeira festgenommen.

00:09:14: Angeblich wegen Hitlergrüßen NS-Parolen und Sieg Heilrufen in der Nähe des Geburtshauses.

00:09:20: Aber schauen wir uns die Geschichte dieses Gebäudes nochmal etwas genauer an!

00:09:25: Also das Geburtshaus liegt am Südrand der Altstadt in der Straße Salzburger Vorstadt und man weiß gar nicht ganz genau, wann es gebaut wurde.

00:09:31: Mutmaßlich ist die Grundsubstanz aus dem siebzehnten

00:09:33: Jahrhundert.".

00:09:34: Adolf Hitler wird hier am zwanzigsten April, achtzehnhundertneunundachtzig als Dritter von sechs Kindern geboren.

00:09:40: Seine Eltern mieten die Wohnung – damals befindet sich auch noch ein Gasthof im Haus.

00:09:45: Zum braunen Hirschen heißt er.

00:09:47: Unser Kollege Jörg Schindler beschreibt es also ein unscheinbares Haus, dass damals nicht weiter heraus sticht….

00:09:53: So

00:09:53: wie man es kannte, als Hitlers Geburtshaus kannte war sie eben ein biedermeierliches Haus.

00:09:59: Wann ursprünglich mal zwei Bürgerhäuser die zu einem zusammengefasst worden sind mit so einer gelben Fassade?

00:10:06: Adolf Hitler ist noch keine zwei Monate alt.

00:10:08: da zieht die Familie schon wieder um.

00:10:11: auch die beiden anderen Häuser in denen Hitler als Baby und Kleinkind den Brauner wohnt stehen heute noch.

00:10:16: Sie allerdings spielen für den Mythos Hitler keine Rolle.

00:10:20: Als Hitler drei Jahre alt ist, verlässt die Familie Braunau für immer und zieht nach Passau.

00:10:25: Das Haus in der Salzburger Forschaft Fünfzehn bleibt ein Gasthof bis zur

00:10:29: NS-Zeit.".

00:10:31: Mit Hitlers Machtergreifung wird das Haus zum Magnet für Nationalsozialisten.

00:10:35: Zu dem Zeitpunkt ist allerdings schon gar nicht mehr so richtig klar wo in dem Haushittler eigentlich zur Welt kamen.

00:10:41: Sehr wahrscheinlich war es im zweiten Stock, sorgt unser Kollege Jörg Schindler.

00:10:45: Der Wirt, der dieses Haus diesem Zeitpunkt betrieben hat, hat aber keine Lust dass irgendwelche Leute immer die Treppe hoch durch den Gang laufen, um Dreck in das Haus zu bringen.

00:10:55: Also hat der kurze Hand einfach irgendwie das Haus in ein vorderes Zimmer im ersten Stock verlegt, damit die Leute nicht so einen langen Weg haben, hat ein bisschen alte Möbel aus Ende des neunzehn Jahrhunderts da reingestellt und hat dann wirklich so einen kleinen Adolf Hitler Gedenkschrein... ganz erkennbar dem falschen Geburtsraum aufgebaut.

00:11:12: Also mit anderen Worten die Leute sind dahin, haben gedacht hey hier ist Hitler geboren aber das was sie gesehen haben war zu dem Zeitpunkt schon

00:11:18: fake.".

00:11:20: Als auch Österreich Teil des Nazi-Reichs wird, kauft ein NSDAP Funktionär und Vertrauter Hitlers das Haus im Auftrag der Partei.

00:11:38: Und dann gab es verschiedene Nutzungen in der Nestzelt.

00:11:42: Das Haus wird aufwendig saniert und, aus dem Jahr nineteenhundertzehnt, eröffnet dort ein Kulturzentrum mit Volksbücherei und Galerie.

00:11:50: Historiker Oliver Rathkolb sagt, Hitler selbst sei nicht sehr begeistert davon gewesen eine Art Museum hier zu errichten und an seine Geburt zu erinnern.

00:11:59: Er

00:11:59: beschreibt zwar in mein Kampf, dass das eine Anführungszeichen-wunderbare Fügung war.

00:12:04: Dass er dort gerade an der Grenze zu Deutschland geboren wurde.

00:12:08: Aber er hatte überhaupt keine Beziehung wieder zum Ort noch zum Haus und auch überhaupt keine

00:12:13: Erinnerungen.".

00:12:14: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als im Mai nineteen fünfundvierzig US-Truppen Braunau befreien versuchen die Nationalsozialisten das Haus in den Luft zu sprengen.

00:12:23: OS Soldaten konnten das Vorhaben aber noch verhindern.

00:12:26: Und dann zu den fünfundvierzig wird das Haus als deutsches Eigentum beschlagnahmt, aber dann in den Fünfzigerjahren an die ursprünglichen Eigentümer vor achtunddreißig restituiert.

00:12:39: Und seither hat eine braunauer Immobilienbesitzerin dieses Haus verwaltet und

00:12:45: genutzt.".

00:12:46: Oliver Radkolb spricht von Crescentina Poma.

00:12:49: Ihrer Familie gehört das Gasthaus Poma bevor es die Nationalsozialisten für den vierfachen Verkaufswert kaufen.

00:12:55: In den siebziger Jahren geht das Haus an ihre Tochter, Gerlinde Poma über.

00:13:00: Seit

00:13:00: Ende der Nazi-Diktatur ist das Haus schon auf viele Arten genutzt worden.

00:13:04: Eine Zeit lang ist es eine Bücherei dann eine Bank und eine Schule.

00:13:09: Das heißt man pflegte meiner Wahrnehmung nach immer einen eher pragmatischen Umgang und keineswegs einen überhöhenden oder eine besondere Bedeutung zuschreibenden Umgang.

00:13:19: Der Historiker und Braunauer Florian Kotanko hat das Teil was er selbst miterlebt

00:13:24: Da.

00:13:24: schon in den fünftiger, sechziger und siebziger Jahren wird das Haus auch immer wieder von Rechtsextremen besucht.

00:13:31: Er ist von Altnazis dann auch von Neonazis und rechtsextreme aus dem Ausland.

00:13:37: Deswegen hat sich auch in der Regierung von Bruno Kreiske in den siebzigern Jahren dann das Innenministerium hier eingemittelt und spielt seither eine Rolle weil man versucht hat durch eine direkte Präsenz dort damals mit einem Projekt der Lebenshilfe für Menschen mit einer Behinderung, dass man dieses Haus aus dieser Neonazi-Ecke herausbringt.

00:14:02: Bis ins Jahr zehnt die Nutzung von Hitlers Geburtshaus also so aus.

00:14:07: Das Innenministerium mietet das Haus in Salzburger Vorstadt von der Besitzerin für knapp fünftausend Euro im Monat und stellt es dann der Lebens Hilfe – eine Organisation für Menschen Mitbehinderungen zur Verfügung, die dort eine Einrichtung betreibt.

00:14:22: Das funktioniert eine Zeit lang ziemlich gut, aber mit den Jahren verändern sich die Anforderungen, die die Räumlichkeiten erfüllen müssen um dort Menschen mit Behinderung adäquat zu betreuen.

00:14:31: Und dann gab es irgendwann einen größeren Konflikt mit der privaten Besitzerin des Hauses weil dieses Haus eben nicht behindertengerecht ausgestattet war und die Besitzerinnen offensichtlich keine Lust hatte vermutlich was jetzt so teuer war das haus behindertenrecht umzubauen.

00:14:45: Stichwort Barrierefreiheit.

00:14:48: Unser Kollege Jörg Schindler sagt, eine ganze Weile lang versucht das Innenministerium die Besitzerin irgendwie zu einem Umbau zu bewegen.

00:14:55: Aber sie stellt sich quer!

00:14:57: Am Ende zieht die Lebenshilfe aus und das Haus steht leer – damit gehen die Scherereien erst richtig los.

00:15:03: Jetzt müssen die Republik und die Besitzerin eine Lösung finden wie das Gebäude weiter genutzt werden soll… Und das klappt irgendwie so gar nicht...

00:15:12: Vor allem in den letzten Jahren war die Gesprächsbasis mit ihr völlig zerrissen und vor allem in der Frage der Nutzung, was sie überhaupt nicht bereit, irgendwelche Adaptierungen zu erlauben.

00:15:26: Historiker Oliver Radkolper zählt das am Ende dass Innenministerium eine Kommission einsetzt, in die auch er berufen wird.

00:15:33: Diese Kommission prüft ob die Besitzerin enteignet werden sollte

00:15:39: Weil die damalige Eigentümerin nicht bereit war, klare Vereinbarungen mit dem Innenministerium zu schließen und die gefragt bestanden hat, dass sie es enthubiose, möglicherweise auch rechtsradikale Personen verkauft.

00:15:56: Die Kommission kommt zum Schluss Ja – die Eigentümerin soll enteignet werden.

00:16:01: Dafür beschließt der Nationalrat sogar ein eigenes Gesetz.

00:16:04: In der Folge geht das Geburtshaus offiziell in den Besitz des Staates Österreichs über.

00:16:09: Danach wird wieder eine Kommission eingesetzt.

00:16:12: Sie soll sich überlegen, was mit dem Haus jetzt

00:16:14: geschieht.".

00:16:15: Wieder ist Historiker Oliver Rathkolt mit dabei und eine ganze Reihe weiterer Menschen die sich in Österreich mit dem Erbe des Nationalsozialismus und der Aufarbeitung beschäftigen.

00:16:25: Das war eine Gruppe unter anderem der Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Deutsch angehört hat der damalige Leiter des Dokumentationsarchivs, des österreichischen Widerstandes.

00:16:39: Andere Kollegen, Beamte aus dem Innenministerium und der ehemalige Präsident des Verwaltungsgerichtshofs Clemens

00:16:47: Jablona.".

00:16:48: Auch der dammalige Braunauer Bürgermeister sitzt mit am Tisch – Der Verfassungsschutz steuert Berichte bei.

00:16:54: Erst mal wollen die Mitglieder der Kommission verstehen welche Bedeutung das Geburtshaus eigentlich in einer rechtsextremen Szene hat?

00:17:01: Es gab zwei empirische Studien zu diesem Thema, eines aufgeladenen wichtigen emotionalen Erinnerungsortes für die neonazistische Szene.

00:17:15: Die vor allem runde Geburtstage von Adolf Hitler immer wieder benutzt hat um sich entweder vor Ort auch zu zeigen oder auch Reisen anzubieten.

00:17:27: Wir haben ja schon gehört, eine regelrechte Pilgerstätte war das Geburtshaus nach fünfundvierzig nicht.

00:17:33: Aber es kommt über die Jahre doch immer wieder zu Vorfällen.

00:17:37: Rechtsextreme, die sich vor dem Haus fotografieren lassen – Menschen, die an Hitlers Geburtstag Grenze niederlegen.

00:17:43: Manche kommen dafür sogar extra aus dem Ausland nach Braunau.

00:17:47: Niederländische Rechtsräder Kale haben genauso Begeistert berichtet, dass sie im Braunau vor diesem Haus gestanden sind und sich fotografiert haben.

00:17:57: Wie ungarische Rechtsextreme oder russische Skinheads.

00:18:02: Also man merkt wie breit diese irrationale aber leider noch immer wirkungsmächtige Anziehungskraft dieses Hauses vorhanden

00:18:10: ist.".

00:18:11: Der Historiker sagt Wir kennen das auch von anderen Geburtsorten von Diktatoren

00:18:16: Also sei das von Mussolini in Italien oder von Stalin in Georgien, bis hin zur Geburtsstätte von Kim Il-Sung.

00:18:25: Der ist Staatsgründer des Nordkareas also der Großvater des jetzigen nordkoreanischen Diktators.

00:18:34: Diese Orte haben meine wie Oliverat Kolbes nennt Pseudo religiöse Aura.

00:18:39: Der Umgang damit ist unterschiedlich.

00:18:41: In Stalin's Heimatstadt Gori gibt es bis heute einen bizarren Kult um den Sowjetdiktator.

00:18:47: Bredapio, der Geburtsort des italienischen Faschisten und Diktators Benito Mussolini hat einen anderen Weg gewählt.

00:18:54: Das Geburthaushaus wurde in ein Kulturzentrum umgewandelt wo Seminare und Ausstellungen stattfinden.

00:19:00: So eine Nutzung wünschen sich auch viele Braunauer als nach Jahrzehnten über die Zukunft des Geburthauses diskutiert wird.

00:19:07: Viele denken an ein Haus der Verantwortung.

00:19:09: Der meisten diskutierte Vorschlag zu diesem Zeitpunkt war dort, eine internationale Begegnungsstätte für junge Menschen zu machen und faktisch antifaschistische auftehrende Aktivitäten zu setzen.

00:19:25: Das haben die Einstehmig eigentlich sofort wieder als Option

00:19:29: ausgeschieden.".

00:19:31: Das verstehen wir erst mal nicht!

00:19:33: Was spricht denn gegen einen Begegnungsort, wo sich junge Menschen mit den Verbrechen des Nationalsozialismus beschäftigen und an Projekten arbeiten die solche Gräule in Zukunft verhindern sollen?

00:19:44: Oliver Rathkolt glaubt so eine Nutzung könnte nach hinten losgehen.

00:19:48: Weil damit ja nichts anderes gemacht wird als dem Mythos von Adolf Hitler zu bestätigen und gleichzeitig ständig dagegenzuarbeiten.

00:19:56: also das ist ein Projekt gewesen dass aus unserer Ansicht nach sich widersprochen hätte.

00:20:18: Die Kommission findet also vereinfacht gesagt, ein Anti-Hitler Haus wäre halt immer noch eine Art Denkmal das als Pilgerstätte dienen könnte.

00:20:27: Deshalb ist der Vorschlag vom

00:20:28: Tisch.".

00:20:29: Ein Museum ist dementsprechend für die Experten auch keine Option.

00:20:33: Das wäre ja auch ein Ort des

00:20:35: Erinnerns.".

00:20:36: Wäre es bei diesen Überlegungen dann nicht am konsequentesten, das Haus einfach abzureißen?

00:20:41: Das fliegt doch der damalige ÖVP-Innenminister Wolfgang Sobotka vor.

00:20:45: Es gab vonseiten der ÖVPs immer mal wieder etwas kuriose Vorschläge, die culminiert sind eigentlich in der Vorstellung vom damaligen Innenminister Karl Nehmann, der gesagt hat er möchte das Haus gerne neutralisieren

00:20:56: Auch wenn Nehammer mit neutralisieren wohl einfach eine neutrale Nutzung meint, die Wortwahl ist definitiv umgeschickt und lässt die Interpretation zu, dass man gern den Mantel des Vergessenes über Österreichs NS-Vergangenheit legen würde.

00:21:09: Offensichtlich gibt es bis heute auch in seriösen Parteien dieses merkwürdige Gefühl.

00:21:14: wir müssen das neutralisierend am besten irgendwie wegmachen damit's nicht mehr da ist und dann wird schon vergehen.

00:21:21: ich glaube das ein Trugschluss.

00:21:22: Das finden auch die Mitglieder der Expertenkommission.

00:21:25: Für sie ist deshalb abreißen von Anfang an

00:21:28: ausgeschlossen.".

00:21:29: Am Ende einigen Sie sich auf zwei mögliche Nutzungen des Geburtshauses, die die Kommission schließlich dem Innenministerium empfiehlt.

00:21:37: Die erste Möglichkeit ist das wieder eine Einrichtung wie die Lebenshilfe einziehen soll.

00:21:41: Ich

00:21:41: hätte mir tatsächlich und ich glaube es geht in alle meisten so ja auch unter den Experten, ich hätte tatsächlich eine sozialkreatative Nutzung Mir eher gewünscht, weil ehrlich gesagt auch da allein die Vorstellung dass sich jemand wie Hitler im Grab rumdrehen würde bei so einer Nutzung.

00:21:55: Das ist schon eine Form von Genugtuung, die man nicht unterschätzen

00:21:58: sollte.".

00:21:58: Auch vielen Menschen in Braunau wäre es bis heute am liebsten wenn eine solche Einrichtung dort wieder einzieht.

00:22:04: Das Problem ist nur – Die Lebenshilfe will das nicht!

00:22:07: Lange werden Gespräche geführt vergebens

00:22:10: Und irgendwie können wir das auch verstehen.

00:22:13: Ein bisschen würde die Einrichtung ja zum Feigenblatt, um ein historisch belastetes Haus reinzuwaschen.

00:22:19: Diese Bedenken versteht auch Oliver Rathkolb.

00:22:26: Nutzung lieber gewesen, aber ich vertraue dem damaligen Sektionsschiff der sich unglaublich in dieser Frage engagiert hat.

00:22:34: Dass das nicht gelungen ist und ehrlich gesagt also wenn ich ein verantwortlicher für eine gemeinnützige karitative Organisation wäre wie beispielsweise die Lebenshilfe um Menschen mit Behinderung zu helfen sie unterstützen dass aus dem Bauch heraus, möchte ich dort in diesem Ort diese Tätigkeit nicht durchführen.

00:22:58: Die Kommission hat deshalb noch einen zweiten Vorschlag – das Gebäude soll administrativ genutzt werden.

00:23:04: Eine administrative Nutzung bittet einigen Spielraum!

00:23:08: Ein Bürgerbüro?

00:23:09: Ein Amt?

00:23:10: Es wird ...

00:23:13: die Entscheidung eine Polizeistation hinzugeben wurde vom in einem Ministerium getroffen.

00:23:22: Und am Anfang muss ich gestehen, weil ich etwas skeptisch

00:23:25: war.".

00:23:25: So geht es nicht nur dem Historiker – Kollegen vom Standardintervion damals Menschenin Braunau was sie davon halten?

00:23:32: Die Gefühle sind gemischt!

00:23:45: Um zu verstehen, warum eine Polizeidienststelle für viele keine neutrale Nutzung ist, müssen wir einen Blick auf die Rolle der österreichischen Polizei in den neunzehntreißiger und vierziger Jahren werfen.

00:23:56: Es gab ja die Schuschnik-Dolfußdiktatur, dreiunddreißig bis achtund dreißig – die praktisch faschistisches Regime war das ich irgendwie bewusst vom nationalsozialistischen Regime.

00:24:04: abgegrenzt hat und war ja auch für eine ganze Weile nationalsozialistische Betätigung auf österreichischem

00:24:10: Boden verboten.

00:24:11: Und gerade in der Polizei gab es damals irgendwie ganz viele illegale Nazis, die sind im Nazi-Montou hier schon rumgelaufen.

00:24:18: da war der Anschluss noch eine ganze weile hin.

00:24:21: Jörg Schindler sagt, diese schwierige historische Rolle der Polizei ist aber nicht der einzige Grund warum viele die Polizei nicht sogar im Hitler-Geburtshaus sehen.

00:24:30: Es ist nämlich so – auch heute gibt es in der Polizei immer wieder rechtsextreme Skandale.

00:24:35: Zuletzt kamen zum Beispiel Chats an die Öffentlichkeit, in denen Polizisten antisemitische und nationalsozialistische Inhalte ausgetauscht haben.

00:24:43: Und dann gibt es noch einen Aspekt, der unserem Kollegen Bauchschmerzen bereitet.

00:24:48: Wir leben in einem Land, in dem sich eine von Altnazis für alt Nazis gegründete Partei inzwischen in Umfragen bei an die vierzig Prozent befindet.

00:24:57: Und diese Partei sollte sie es jemals in die Regierung schaffen und ein Innenminister stellen wird damit oberste Dienstherrin aller Polizisten in Österreich sein.

00:25:05: Das kriegt dann einen gruseligen Beigeschmack, von dem ich auch nicht hoffe dass das so

00:25:09: kommt.

00:25:10: Jörg Schindler spricht dann natürlich von der FPÖ.

00:25:13: Die sorgte gerade wieder in letzter Zeit für Schlagzeilen mit ihren Verbindungen ins rechtsextreme Lager.

00:25:18: Da haben wir gerade erst eine Folge gemacht, wie verlinken sie euch den Shownutz?

00:25:30: Die fehlende Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit fieler Polizeibeamter in der Nachkriegszeit.

00:25:35: Polizeigewalt gegen linke Demonstranten von den Achtundsechstiger bis heute, der lange Zeit laxe Umgang mit Anzeigen wenn es um NS Wiederbetätigung ging, der umstrittene Polizeieinsatz erst vor einem Jahr bei einem antifaschistischen Sommercamp in Kärnten.

00:25:50: Wenn ihr darüber mehr wissen wollt verlinken wir euch noch Artikeln in den Shownauts.

00:25:54: Der Einsatz in Körnten hat mittlerweile Konsequenzen bei der Polizei nach sich gezogen.

00:25:59: Der Historiker betont auch, dass die Polizei sich schon sehr gewandelt habe.

00:26:17: und auch die Staatsbürgerinnen, Staatsbürgern zu schützen.

00:26:23: Und den antifaschistischen Auftrag unserer Verfassung des Staatsvertrages von nineteen fünfundfünfzig umzusetzen ist eine wichtige Botschaft.

00:26:34: Neben der neuen Nutzung hat die Kommission noch etwas anderes empfohlen das Haus soll komplett umgebaut werden.

00:26:40: Ziel ist es dass es am Ende nicht wiederzuerkennen ist und dadurch als Fotomotiv uninteressanter wird.

00:26:46: Der Umbau ursprünglich war mal auf fünf Millionen taxiert worden, sind am Ende zwanzig Millionen geworden.

00:26:52: Wenn man sich eben das Ausmaß des Umbaus anschaut was da alles gemacht worden ist mir auch gar nicht so extrem teuer vorkommt.

00:26:57: Es ist viel Geld aber es ist auch wirklich sehr, sehr viel gemacht

00:27:00: worden.".

00:27:01: Bei den Umbauerbeiten gelten strenge Auflagen.

00:27:04: Daran merkt man auch wieder die Vorsicht des Ganzen, dass man sozusagen überlegt hat was machen wir denn eigentlich mit dem ganzen Schutt der dabei entsteht?

00:27:09: und den hat man also wenn man so will bei Nacht- und Nebel an einen nicht öffentlich gemachten Ort verfrachtet weil man eben auch da offensichtlich wieder Angst hatte das es irgendwelche Souvenirjäger geben könnte die sich ein Steinchen oder ein Brocken aus Hitlers Geburtsthaus mitnehmen wollen.

00:27:23: Es ist schon wirklich kurios was da zum Teil an Aufwand

00:27:27: betrieben worden ist.

00:27:28: Heute ist das dreistöckige Haus mit der bröckelnden orange-gelben Fassade, einem weißen Haus mit zwei Dachgiebeln gewichen die es ein Stück höher erscheinen lassen.

00:27:37: Was nach wie vor dort steht, ist der Mahnstein.

00:27:40: doch das wäre bei Neue anders gekommen?

00:27:42: Der sollte ja nach den Vorstellungen des ehemaligen Innenministers beseitigt und ins Wienerhaus der Geschichte gebracht werden.

00:27:48: und da haben sich die Braunauer auf die Hinterbeine gestellt.

00:27:51: Es gab Demonstrationen und auch die Expertenkommission betonte, den Mahnstein zu entfernen sei Verdrängung statt Auseinandersetzung.

00:27:59: Es gab Proteste und da war das Glück dass der Mahnstein anders als das Haus auf dem Bürgersteig steht und deswegen in der Stadt gehört und er konnte die Stadt einfach sagen irgendwie sorry aber der Stein bleibt und da ist er nach wie vor jetzt auch nach dem

00:28:13: Umbau.

00:28:14: Der Stein bleibt also.

00:28:16: Vor einigen Wochen wird die Polizeistation in Hitlers Geburtshaustern offiziell eröffnet.

00:28:21: Der Medienrummel ist groß, Polizeibeamte in Uniform treten an.

00:28:25: Innenminister Gerhard Karnav von der ÖVP reiste extra nach Braunau.

00:28:29: Meine sehr geehrten Damen und Herren!

00:28:31: Die dunkelste Zeit in der Geschichte unseres Landes hat dann diesem Ort nicht begonnen.

00:28:40: Hier wurden keine Kriege geführt, keine Menschen verfolgt Und keine Untaten Befohlen.

00:28:50: Und dennoch haftet an diesem Ort eine Symbolik an, die für all das zu stehen

00:28:57: scheint.".

00:28:58: In der Luft liegt die Hoffnung, dass jetzt endlich Ruhe um das Haus ist.

00:29:03: Einen dezidiert positiven Nebeneffekt erhoffen sich die Experten übrigens von einer Polizeistation.

00:29:08: Wenn es tatsächlich zu neonazistischen Aktionen kommt, ist die Exekutive schon vor Ort.

00:29:13: Das könnte auch eine abschreckende Wirkung haben.

00:29:16: Davon ist unser Kollege Jörg Schindler aber noch nicht so ganz überzeugt.

00:29:20: Naja, also ich glaube bei Hardcore-Hitleranhängern weiß ich nicht ob da die Polizei wirklich einen abschreckenen Effekt hat.

00:29:27: und wer sagt denn das?

00:29:28: nicht irgendjemand weil er gerne mal eine Nacht in der Arrestzelle im Hitlers Geburtshaus verbringen möchte?

00:29:33: Irgendein Mist sich einfallen lässt um da mal kurz eingebuchtet zu werden.

00:29:37: Diesen Gedanken hat Florian Kotanko, unserem Kollegen Jörg Schinder gegenüber geäußert.

00:29:41: Kotankow sagt selbst, ihm ist die Polizeidienststelle definitiv nicht die liebste mögliche Nutzung – auch weil er auf eine Quelle gestoßen ist, die ein pikantes Detailpreis gibt.

00:29:52: Offenbar hat Hitler selbst eine administrative Nutzungs eines Geburtshauses vorgesehen.

00:29:58: Es gibt einen Zeitungsnotiz in der die Rede davon ist dass Hitler die Unterbringung von Kanzlein der Kreisleitung, also der NSDAP-Kreisleitungen in seinem Geburtshaus entschieden hat.

00:30:14: Klar sind eine Parteizentrale und eine Polizeistation verschiedene Dinge aber Kotankov findet nach wie vor dass eine offensivere Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses wünschenswert wäre.

00:30:25: Das war immer mein Anliegen den offenen Umgang noch wesentlich besser dokumentieren indem man sagt mithilfe des Innenministeriums schafft man ein Informationsangebot zum Beispiel im Bezirksmuseum.

00:30:42: Zum Beispiel neben dem Haus oder gegenüber dem Haus, aber jedenfalls dass eine Information darüber was in dem Haus passiert ist und was nicht passiert ist für die Besuchenden gegeben werden

00:30:57: kann.".

00:30:59: Ob noch so ein ergänztes Museum kommen könnte?

00:31:01: Ist offen!

00:31:02: Bisher sind uns keine Pläne bekannt.

00:31:04: In jedem Fall sagen aber Florian Kotanko und viele Braunauer, sie sind einfach froh dass die jahrelange Debatte über die Nutzung des Hauses ein Ende gefunden hat.

00:31:13: Zumindest vorerst!

00:31:15: Was man bei all der Debatte um das Haus nicht vergessen darf.

00:31:18: Ja Adolf Hitler wurde in der Salzburger Vorstadt fünfzehn in Braunau geboren Aber er war noch ein Säugling als seine Familie hier auszog.

00:31:26: Klar Das Haus ist dadurch untrennbar mit seiner Biografie verbunden Aber es ist kein Täterort.

00:31:32: Das heißt, es wäre falsch, Hitler's Geburtshaus mit Orten wie Konzentrationslagern zu vergleichen.

00:31:38: Wo schreckliche Verbrechen begangen wurden und zigtausende Menschen gequält oder ermordet

00:31:42: wurden.".

00:31:43: Vielleicht hat das Geburthaus gerade auch deshalb eine wichtige Funktion als Mahnmal?

00:31:48: Weil es uns daran erinnert dass niemander als Massenmörder- und Diktator geboren wird!

00:31:53: Dass Hitler in einem ganz normalen Städtchen geboren wurde – In einem ganz gewöhnlichen Haus.

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00:32:43: Danke fürs Zuhören und auch allen, die auch hinter den Kulissen an diesem Podcast mitwirken.

00:32:47: Das waren diesmal Frau Geböger, Lucia Heisterkamp, Annika Schulz und Philipp Fackler.

00:32:52: Ich bin Katharina Zingerle

00:32:54: ich bin Antonia Raut

00:32:55: Wir sagen Tschüss

00:32:56: und Papa.