Inside Austria

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Der Podcast über die großen und kleinen Skandale Österreichs

Digitale Gewalt und Femizide: Was läuft falsch in Österreich?

Digitale Gewalt und Femizide: Was läuft falsch in Österreich?

Bei der "Missing-Link-Podcastnacht" in Wien hat Inside Austria live über Gewalt an Frauen, Femizide und mediale Frauenfeindlichkeit gesprochen. Gemeinsam mit der Geschlechterpolitikexpertin und STANDARD-Redakteurin Beate Hausbichler, sowie der Autorin und STANDARD-Kolumnistin Ingrid Brodnig geht es um die strukturellen Ursachen von Gewalt, um gesellschaftliches Wegschauen und um die Frage, warum Frauen, die sich öffentlich äußern, noch immer so massiv angefeindet werden.
Die Diskussion dreht sich auch darum, wo Gewalt eigentlich beginnt: nicht erst mit der Tat, sondern oft viel früher – bei Kontrolle, Einschüchterung, Abwertung und Hass. Eine Livefolge über Frauenhass, Öffentlichkeit und die Muster, die tödlicher Gewalt häufig vorausgehen.

Die Affäre Weißmann: Der ORF in Turbulenzen

Der ORF wird von einem heftigen Skandal erschüttert – Generaldirektor Roland Weißmann trat vergangenen Sonntag zurück. Eine Mitarbeiterin im Sender hatte Weißmann Belästigung vorgeworfen und dem ORF-Stiftungsrat offenbar kompromittierendes Material vorgelegt. Weißmann bestreitet über seinen Anwalt jegliches Fehlverhalten, räumte aber trotzdem seinen Posten. Angeblich, um „Schaden vom Unternehmen abzuwenden“.
Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Me-Too-Fall aussieht, hat allerdings noch eine weitere Dimension. Die mutmaßlichen Belästigungsvorfälle liegen bereits vier Jahre zurück – jetzt steht in wenigen Monaten die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors an. Weißmann galt als aussichtsreichster Kandidat für den Posten. Im ORF-Kosmos hat er aber durchaus auch Widersacher, die womöglich ein Interesse daran hätten, seine Wiederwahl zu verhindern.
Es wäre auch nicht der erste Fall von sexueller Belästigung in der Geschichte des ORF. Wie bei der aktuellen Causa eine problematische Unternehmenskultur und politische Machtkämpfe verfließen könnten – darum geht es diese Woche im Podcast-Interview mit STANDARD-Etat-Redakteur Harald Fidler. Außerdem fragen wir, wie sehr der Skandal dem ORF schadet – kurz vor der Austragung des Eurovision Song Contest in Wien.

Tod am Großglockner: Userfragen und wie es weiter geht

Der Prozess rund um die erfrorene Bergsteigerin am Großglockner bewegt noch immer. Der Partner der Verstorbenen Kerstin G., Thomas P., wurde wegen grob fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen – allerdings nicht rechtskräftig. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft haben nun Berufung eingelegt.

In der 14-stündigen Verhandlung im Februar war der Fall noch einmal komplett aufgerollt worden. Auch in einer Mini-Podcast-Serie von Inside Austria haben wir die verhängnisvolle Bergtour der 33-jährigen Salzburgerin Kerstin G. und ihres heute 37-jährigen Partners Thomas P. rekonstruiert. Doch sowohl der Prozess als auch die Berufungen haben noch einmal Fragen aufgeworfen.

Was hat es mit der Aussage einer Ex-Freundin des Angeklagten auf sich, dass er auch sie am Großglockner zurückgelassen habe? Warum wurde vor Gericht so viel über den Auffindungsort der Toten gesprochen? Und warum kritisiert der Anwalt des Angeklagten die Polizei für die erste Befragung von Thomas P. so hart?

In der aktuellen Folge von Inside Austria blicken die beiden Hosts Lucia Heisterkamp und Antonia Rauth noch einmal auf den Fall. Dabei befragen sie jemanden, der sowohl über alpinistische als auch juristische Expertise verfügt: Andreas Ermacora ist Anwalt in Innsbruck und war von 2013 bis 2023 Präsident des österreichischen Alpenvereins. Ermacora hat den Prozess in Innsbruck im Gerichtssaal mitverfolgt. Er spricht im Podcast über unklare Details, die Einschätzungen des Richters – und die Frage, ob das Urteil zu mild ausgefallen ist.

Epstein-Files: Diese Spuren führen nach Österreich

Im Juli 2019 finden FBI-Agenten im Penthouse von Jeffrey Epstein in New York einen alten österreichischen Reisepass. Er ist auf einen Österreicher namens Marius Robert Fortelni ausgestellt - aber mit einem Foto von Epstein verfälscht. Der Pass taucht jetzt auch in den von der US-Regierung veröffentlichten Epstein-Files auf. Und er ist nur eine von mehreren Spuren, die nach Österreich führen.

Da gibt es Verbindungen zu einem Think-Tank mit Sitz in Wien. Korrespondenzen mit der Heute-Herausgeberin Eva Dichand. Und: Eine heimliche Reise nach Wien, nur Monate vor Epsteins Tod.

In dieser Folge von Inside Austria schlüsseln wir auf, was wir bisher über Jeffrey Epsteins Verbindungen nach Österreich wissen. Wir fragen, warum sich der Sexualstraftäter für das kleine Land in den Alpen interessiert haben könnte. Und: Warum auch ausgerechnet der Name von Ex-Kanzler Sebastian Kurz in den Akten vorkommt.

In dieser Folge zu hören: Fabian Schmid (Leitender Redakteur Investigativ beim STANDARD), Oliver Das Gupta (Autor beim STANDARD und beim "Spiegel"); Skript und Moderation: Antonia Rauth und Lucia Heisterkamp; Redigat: Zsolt Wilhelm; Produktion: Christoph Neuwirth

Tod am Großglockner: Der Prozess

Schon lange hat kein Gerichtsprozess in Österreich für so viel internationales Aufsehen gesorgt wie jener am vergangenen Donnerstag am Landesgericht Innsbruck. Im Zentrum stand der Tod einer 33-jährigen Frau bei einer Besteigung des Großglockners mit ihrem Freund im Jänner 2025 – und die Frage, ob ihr Partner dafür strafrechtlich verantwortlich ist. Angeklagt war ein 37-jähriger Salzburger. Ihm wurde grob fahrlässige Tötung vorgeworfen. Der Kern des Verfahrens: Trug er als deutlich erfahrenerer Alpinist die Verantwortung für die Tour und führten seine Entscheidungen letztlich zum Tod seiner Freundin?

Der Fall bewegte bereits unmittelbar nach dem Unglück Menschen weit über Österreich hinaus. Wir haben die fatale Tour im Vorfeld des Prozesses in Inside Austria rekonstruiert – die Folgen finden Sie hier. Vor Gericht ging es nun erneut darum, minutiös nachzuvollziehen, wie es zu dem Erfrierungstod der jungen Frau kommen konnte.

Der vorsitzende Richter Norbert Hofer, der über eine Spezialzuständigkeit für Alpinverfahren verfügt und selbst Berg- und Flugretter ist, stellte eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: War der Angeklagte seiner Partnerin in Erfahrung und Können so überlegen, dass ihm auf der Tour eine Führungs- und Schutzverantwortung zukam?Warum es schließlich zum Schuldspruch kam, welche neuen Details vor Gericht bekannt wurden und ob das nicht rechtskräftige Urteil noch kippen könnte, darüber sprechen wir mit Maximilian Werner, der für den Standard aus dem Gerichtssaal berichtet hat.

Wie meine Oma in den Tiroler Bergen heimlich einen argentinischen Juden heiratete

Eigentlich ist Lucia Heisterkamp (Spiegel) die "Deitsche" bei Inside Austria. Dabei muss man ihren Stammbaum nur wenige Generationen zurückverfolgen, um auf österreichische Wurzeln zu stoßen. Gut, ihr Tiroler Urgroßvater ist schon in den 1920er Jahren von Kufstein nach Lateinamerika ausgewandert – aber für ihre Großmutter sollte die "Perle Tirols" noch einmal eine ganz besondere Rolle spielen. Als sie dort nämlich als junge Frau gegen den Willen ihrer Familie ihre verbotene Liebe heiratete.

In dieser Folge erzählen wir die Geschichte einer Ehe, die gegen antisemitische Ressentiments geschlossen wurde, und zwar in einer kleinen Kapelle im Inntal, ausgerechnet am 14. Februar 1959, am Valentinstag. Doch wir gehen noch weiter zurück. Wir wollen verstehen, warum zigtausende Österreicher Anfang des 20. Jahrhunderts ihr Glück in Südamerika suchten. Was ihre Geschichten darüber erzählen, wie stark sich unser Blick auf Migration verändert hat, und wie Lucia Heisterkamp nun doch wieder ihre österreichischen Wurzeln in Ehren hält.

Tod am Großglockner: Wie gefährlich ist Österreichs höchster Berg? | Adrian Fusco

In den letzten beiden Folgen des Inside Austria-Podcasts haben wir den Fall eines Paars rekonstruiert, das am Großglockner in Bergnot geraten ist. Die 33-jährige Kerstin G. kam dabei am höchsten Berg Österreichs ums Leben. Laut Staatsanwaltschaft erfror sie rund 50 Meter unter dem Gipfel. Ihr Partner, Thomas P., kehrte später allein ins Tal zurück – nach eigener Aussage, um Hilfe zu holen. Er muss sich am 19. Februar am Landesgericht Innsbruck wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten.
Der Fall hat in Österreich und Deutschland große Aufmerksamkeit erregt – besonders unter Alpinistinnen und Bergfans. In der aktuellen Folge sprechen wir mit dem erfahrenen Hobby-Bergsteiger und Content Creator Adrian Fusco. Er hat die Route, auf der sich der tödliche Vorfall ereignet hat, selbst vor wenigen Monaten begangen. Wir wollen wissen, worin die Herausforderungen der Tour liegen, wann man am Berg jemanden zurücklässt – und wer in so einer Situation eigentlich die Verantwortung trägt.

Tod am Großglockner (2/2): Die Nacht

Am 19. Februar muss sich Thomas P. wegen grob fahrlässiger Tötung vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Der Salzburger und seine Freundin Kerstin G. wollten im Januar 2025 den Großglockner besteigen. Er kehrte von der Tour auf Österreichs höchsten Berg allein zurück. Jetzt wirft die Staatsanwaltschaft ihm insgesamt neun Fehler vor, die zum Tod seiner 33-jährigen Freundin beigetragen haben sollen.

In dieser Mini-Serie des Podcasts "Inside Austria" rekonstruieren wir die Nacht am Großglockner, die mit dem Tod von Kerstin G. endete – rund 50 Meter unter dem Gipfel erfror sie. In Teil eins haben wir unsere Kollegen Jonas Kraus und Gerhard Pfeil vom Spiegel über den Stüdlgrat bis fast ganz hinauf zum sogenannten Frühstücksplatzl begleitet. Zwischen Eis und Schnee wollten sie nachvollziehen, was hier oben am 18. Januar 2025 passiert sein könnte.

Im Prozess geht es auch um die Frage, wer wann welche Entscheidungen am Berg treffen muss. Deshalb sprechen wir in Teil zwei unter anderem mit dem erfahrenen Alpinisten und YouTuber Adrian Fusco. Er bestieg den Berg erst vor wenigen Monaten über die Route, die auch Kerstin G. und ihr Freund nahmen (siehe Video). Der erfahrene Tourengeher erzählt außerdem, unter welchen Umständen man sich am Berg trennt – und warum der Prozess die Alpinszene so beschäftigt.

Die Folge rekonstruiert die Vorfälle am Berg detailliert und geht den entscheidenden Fragen nach: Warum holte das Paar laut Ermittlungen keine Hilfe – und warum wurde auch einem suchenden Hubschrauber kein Notfallsignal gegeben? Thomas P. bekennt sich über seinen Anwalt nicht schuldig, es gilt die Unschuldsvermutung. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahren Haft.

Tod am Großglockner (1/2): Der Aufstieg

In der Nacht auf den 19. Jänner 2025 stirbt Kerstin G. am Großglockner. Laut Staatsanwaltschaft erfriert sie rund 50 Meter unterhalb des Gipfelkreuzes. Sie wollte Österreichs höchsten Berg gemeinsam mit ihrem Partner Thomas P. besteigen – nur er kehrte ins Tal zurück.

Am 19. Februar muss sich Thomas P. wegen grob fahrlässiger Tötung vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, bei der Tour die maßgeblichen Entscheidungen getroffen zu haben, weil er im hochalpinen Gelände deutlich erfahrener gewesen sei als Kerstin G. Laut Staatsanwaltschaft werden ihm neun Fehler angelastet – darunter ein zu später Start, fehlende Notfallausrüstung, dass das Paar nicht rechtzeitig umkehrte und dass ein Notruf zu spät abgesetzt worden sei. Im Fall einer Verurteilung drohen bis zu drei Jahre Haft. Thomas P. bekennt sich nicht schuldig; es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Fall beschäftigt nicht nur das Gericht, sondern wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie sieht Verantwortung am Berg aus – und wie kippt eine Tour in eine Lage, aus der es kein Zurück mehr gibt? In dieser ersten Folge der "Inside Austria"-Miniserie rekonstruieren wir die Tour bis zu dem Punkt, an dem es kein Zurück mehr für die beiden gibt. Und wir wollen wissen - wer trägt am Berg eigentlich die Verantwortung?

Foto: Anton Riepler/Erzherzog-Johann-Hütte/Österreichischer

Pilnaceks Tod: Kommt im U-Ausschuss die Wahrheit ans Licht?

Jahrzehntelang war Christian Pilnacek der mächtigste Mann im österreichischen Justizapparat. Im Oktober 2023 kommt er in einem Seitenarm der Donau in der Wachau ums Leben. Sein Tod wird rasch als Suizid eingeordnet - doch es gibt Zweifel an den Umständen seines Todes. Die Rede ist von schlampigen Ermittlungen und mutmaßlichen politischen Interventionen. Immerhin war Pilnacek politisch bestens vernetzt.

Jetzt soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss begutachten, ob tatsächlich politisch in die Ermittlungen hineingefunkt wurde. Diese Woche haben die Abgeordneten die ersten Auskunftspersonen befragt. Und bei einem außergewöhnlichen Ausflug den Fundort von Christian Pilnaceks Leiche aufgesucht. Maximilian Werner aus der STANDARD-Innenpolitikredaktion war dabei. Und Fabian Schmid, leitender Redakteur Investigativ beim STANDARD, erklärt in dieser Interviewfolge von "Inside Austria" die Hintergründe des Falls Pilnacek noch einmal ausführlich.