Inside Austria

Inside Austria

Der Podcast über die großen und kleinen Skandale Österreichs

War mein Großvater ein Nazi?

War mein Großvater ein Nazi?

War euer Opa ein Nazi? War er Mitglied in der NSDAP – oder sogar in der SS? In vielen Familien gab es dazu nie wirklich Antworten. Wer mehr erfahren wollte, musste aufwändige Ahnenforschung in Archiven betreiben. Das ist nun anders: Der SPIEGEL hat ein digitales Recherchetool erstellt, worüber man die rund zwölf Millionen Karteikarten durchsuchen kann, die das US-Nationalarchiv frei zur Verfügung stellt.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich war der Zulauf zur NSDAP groß – sogar so groß, dass es teilweise Aufnahmestopps gab. Warum war das so? Über diese Frage sprechen wir mit dem Historiker und Autor Kurt Bauer. In dieser Folge geht es um die Anfänge des Nationalsozialismus in Österreich, über die Terroranschläge in der Zeit, als die NSDAP verboten war – und um die Frage, was eine Parteimitgliedsnummer über die Gesinnung aussagt.

In dieser Folge zu hören: Kurt Bauer (Historiker und Autor), Interview & Gestaltung: Lucia Heisterkamp und Katharina Zingerle, Produktion: Christoph Neuwirth

Von Kickl bis Freud: So entsteht "Inside Austria"

Kuriose Geschichten, ernste Begebenheiten oder verrückte Reportagen: Über 200 Folgen des Podcasts Inside Austria haben wir bereits produziert. Es ging um den Aufstieg und Fall von Ex-Kanzler Sebastian Kurz, den Zerfall des Immobilienimperiums von Signa-Gründer René Benko. Um die Macht von Burschenschaften, einen rätselhaften Todesfall am Berg Großglockner und den Aufstieg österreichischer Rechtspopulisten.
Über diese und weitere Recherchen sprechen wir live auf der Bühne des Journalismus Fests in Innsbruck. Wir blicken zurück auf fast fünf Jahre Inside Austria. Welche Folgen mochten wir besonders, was war herausfordernd? Und wie entsteht eigentlich eine Podcast-Serie?

Der Weißmann-Skandal (3/3): Das System ORF

Vergangene Woche wurde beim ORF ein neuer Intendant gewählt: Clemens Pig, langjähriger Geschäftsführer bei der Nachrichtenagentur APA, soll den Sender ab Januar 2027 führen. Die Wahl stand im Schatten eines Skandals, der den ORF seit Monaten beschäftigt. Im März trat der damalige Generaldirektor Roland Weißmann zurück, weil eine Mitarbeiterin ihm Belästigung vorgeworfen hatte.
Es ist nicht die einzige Affäre, die den ORF in jüngerer Vergangenheit erschüttert hat. Vor wenigen Wochen wurde ein gut bezahlter Manager im Unternehmen vom Dienst freigestellt, angeblich, weil er während seiner Krankschreibung Honorare als freiberuflicher Berater einkassiert haben soll. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Fälle im Sender rund um sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch.
Für den ORF kommen solche Skandale zur Unzeit. Wie in vielen Ländern steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch in Österreich stark unter Druck. Die FPÖ würde ihn am liebsten abschaffen. Wie will der neue Intendant es schaffen, das verlorene Vertrauen vieler Menschen in den Sender wiederherzustellen? Darum geht es in der dritten Folge der Inside Austria-Podcastserie über den jüngsten ORF-Skandal. Außerdem sprechen wir mit einer Mitarbeiterin, die selbst Belästigung im Sender erlebt hat. Und mit einer Redakteurin, die die Missstände nicht länger hinnehmen will.

Der Weißmann-Skandal (2/3): Alles Intrige?

Seit Wochen läuft in der Öffentlichkeit ein Kampf um die Deutungshoheit in der Affäre Weißmann. Eine Mitarbeiterin wirft dem ehemaligen ORF-Generaldirektor sexuelle Belästigung vor. Roland Weißmann selbst spricht von einer einvernehmlichen Beziehung und sieht sich als Opfer einer Intrige. Ist der gefallene ORF-Chef Täter oder Opfer?

In dieser Folge von Inside Austria nehmen wir den Compliance-Bericht des ORF unter die Lupe. Der sieht keine sexuelle Belästigung - doch Experten kritisieren diesen Bericht harsch. Wir wollen außerdem verstehen, warum in dem Fall inzwischen Ermittlungen gegen jene Frau und ihren Anwalt laufen, die die Vorwürfe erhoben hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Erpressung. Und wir sprechen über die Rolle eines mächtigen ORF-Managers, der diese Woche dienstfrei gestellt wurde. Welche Rolle spielt Pius Strobl in der Causa?

In der Folge zu hören: Oliver Das Gupta (Autor bei STANDARD und "Spiegel"), Harald Fidler (Ressortleiter "Etat" beim STANDARD), Roland Gerlach (Rechtsanwalt), Sandra Konstatzky (Leiterin Gleichbehandlungsanwaltschaft), Oliver Scherbaum (Rechtsanwalt), Anna Thalhammer (Chefredakteurin "Profil"); Recherche, Skript und Moderation: Antonia Rauth und Lucia Heisterkamp; Redigat: Johanna Röhr und Zsolt Wilhelm; Produktion: Christoph Neuwirth

Der Weißmann-Skandal (1/3): Absturz des ORF-Chefs

Drei Monate ist es nun her, dass ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zurückgetreten ist. Eine Mitarbeiterin beim ORF hatte ihm vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben. Chatnachrichten und Bilder sollen die Anschuldigungen belegen.
Roland Weißmann hingegen sieht sich als Opfer einer Intrige. Er behauptet, eine einvernehmliche Beziehung mit der Mitarbeiterin geführt zu haben, was diese bestreitet. Inzwischen hat Weißmann selbst Strafanzeige erstattet, unter anderem gegen die Mitarbeiterin, die ihn beschuldigt.
In dieser Folge versuchen wir herauszufinden, was wirklich zwischen Weißmann und der Mitarbeiterin vorgefallen ist. Warum Weißmann eine Verschwörung gegen sich vermutet. Und es geht um die Frage, ob der ORF ein Sexismusproblem hat.

Der Fall Freud (5/5): Vermächtnis

Wir alle verdrängen im Alltag Dinge: Das unangenehme Date vor ein paar Wochen. Der seltsame Kommentar eines Kollegen bei der Arbeit. Die Steuererklärung, die gemacht werden muss. Aber auch Familienkonflikte aus der Vergangenheit.
Nach Sigmund Freud hat das Verdrängen eine wichtige Funktion: Es hilft uns, in einer Welt voller Schmerz und Leid zurechtzukommen. Doch was passiert, wenn sich verdrängte Konflikte oder Erinnerungen plötzlich an die Oberfläche schieben? Darum geht es in dieser Folge. Außerdem sprechen wir darüber, ob Freuds Ideen bis heute weiterleben - oder inzwischen gecancelt sind.

Der Fall Freud (4/5): Flucht

In den falschen Zug steigen. Den Kollegen mit dem falschen Namen ansprechen. “Freudsche Versprecher” - all das sind Fehlleistungen. Und in der Psychoanalyse gelten sie als Portale zum Unbewussten. In Folge vier sprechen wir darüber, wieso Freud und die Psychoanalyse vermeintlichen “Hoppalas” so viel Bedeutung zuschreiben.

Und wir sprechen über Fehlleistungen und Irrtümer, die Freud selbst unterlaufen sind. Und wie einer davon ihn in große Gefahr bringt.

Der Fall Freud (3/5): Triebe

In dieser Folge beschäftigen wir uns mit unseren Trieben. Warum rauchen wir, obwohl wir wissen, dass wir damit unserer Gesundheit schaden? Wir wollen herausfinden, ob Freuds Theorie vom Unbewussten hilft, solche Laster besser zu verstehen. Was genau sind Triebe – und wozu sind sie vielleicht gut? Wir erzählen, wie Sigmund Freud die Existenz des Unbewussten in unser Bewusstsein geholt hat.

Der Fall Freud (2/5): Hysterie

"Sei nicht so hysterisch" – den Ausdruck kennen viele, vor allem Frauen. Hysterisch hat sich in unserem heutigen Sprachgebrauch als abwertende Bezeichnung durchgesetzt. Zu Zeiten von Sigmund Freud war die Hysterie aber ein echtes Krankheitsbild. Eine mysteriöse Krankheit, die damals scheinbar sehr viele Frauen befällt. Der junge Arzt Freud will seinen hysterischen Patientinnen helfen – und entwickelt in der Arbeit mit ihnen die Psychoanalyse.

In Folge 2 erzählen wir, wie hysterische Patientinnen Freud dabei helfen, die Psychoanalyse zu entwickeln. Und warum er heute trotzdem gerade für sein Frauenbild in der Kritik steht.

Der Fall Freud (1/5): Kindheit

Wir leben im Zeitalter der Selbstanalyse. Wir nennen unsere Chefs Narzissten, fragen nach verdrängten Wünschen und wollen wissen, was unser inneres Kind heilt. Bei all diesen Fragen kommt man an einem kaum vorbei: Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse – der im Mai seinen 170. Geburtstag gefeiert hätte.

Der jüdische Arzt aus Wien hat Begriffe wie das „Unbewusste“ geprägt - und damit unser modernes Selbstverständnis erschaffen. Von seiner Praxis in der Wiener Berggasse aus veränderte Freud die Welt.

Er wurde gefeiert wie ein Popstar der Wissenschaft – und bekämpft wie ein Scharlatan. Aber wer war dieser Mann wirklich?

In unserer Serie „Der Fall Freud“ begeben wir uns auf die Spuren jenes Mannes, der uns bis heute im Kopf herumspukt – wie kaum ein anderer Österreicher.

Wir erzählen seine Geschichte. Aber wir stellen auch die Frage: Kann uns Freud heute, in einer komplexen Welt, helfen, zumindest uns selbst besser zu verstehen? Oder hat er uns mit seinen Ideen erst recht in die Irre geführt?

In der ersten Folge widmen wir uns der Kindheit. Welchen Einfluss haben frühe Erfahrungen im Elternhaus darauf, wie wir später durchs Leben gehen? Was uns Angst macht? Wir wollen verstehen, wie Freud seine berühmten Theorien zur Kindheit entwickelte – zum Beispiel die vom Ödipuskomplex. Und wie er auf dem Weg zur Entdeckung des Unbewussten die Hypnose erkundet. Dazu legen wir uns selbst bei einem Wiener Psychoanalytiker auf die Couch – und lassen uns hypnotisieren.

Interviewpartner: Georg Markus, Kurier-Kolumnist und Autor der Biografie »Sigmund Freud. Der Mensch und Arzt. Seine Fälle und sein Leben».
Cecile Loetz und Jakob Müller (Podcast "Rätsel des Unbewussten", Autoren "Jetzt bin ich schon wie meine Eltern")
Claudia Muchitsch (Alpine Foxes Stadtführungen)
Juan Jose Rios Vela (Hypnosetherapeut und Psychoanalytiker)
Sercan Agpunar (Psychotherapeut)
Esther Hutfless (Professor*in für Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien und Psychoanalytiker*in)
Daniela Finzi (Wissenschaftliche Leiterin Freud-Museum)
Christfried Tögel (Freud-Biograf)
Margherita Fink (Psychoanalytikerin)
Eva-Maria Schnurr (History-Redakteurin "Spiegel")
Dank geht außerdem an Stephanie Hoffmann aus der Dokumentationsabteilung des SPIEGEL, Laura Stuth für die redaktionelle Unterstützung und Ole Reißmann für die KI-Unterstützung.